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Frankreichs Nikola Karabatic geht für Montpellier HB auf Torejagd © imago

Frankreich ist heißester WM-Titelkandidat. Wer soll die "Equipe tricolore" in Schweden stoppen? SPORT1 macht den Favoritencheck.

Von Julian Meißner

München - 24 Teams, ein Ziel: das Finale der Weltmeisterschaft in Malmö am 30. Januar.

Doch nur wenige Mannschaften dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf die Krone des Handballsports machen.

Auch dem deutschen Team, Weltmeister von 2007, werden nach den durchwachsenen Auftritten der jüngeren Vergangenheit nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Der Modus: Aus vier Sechsergruppen qualifizieren sich je drei Nationen für zwei Hauptrundengruppen, in denen die besten zwei Teams dann ins Halbfinale einziehen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

SPORT1 unterzieht die Titelkandidaten vor dem WM-Auftakt zwischen Gastgeber Schweden und Underdog Chile (Do., 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) dem Favoritencheck.

Frankreich

Der Titelverteidiger, Europameister und Olympiasieger ist 2011 erneut der Top-Favorit. Auch wenn mit Daniel Narcisse und Guillaume Gille zwei Leistungsträger im Rückraum ausfallen, bringen die Franzosen einen furchterregenden Kader auf die Platte.

Die Vorzüge von "Les Bleus": Sie sind individuell bärenstark, eingespielt und aufgrund ihrer Erfahrung kaltschnäuzig, wenn's brenzlig wird. Zudem steht die Defensive um Ciudad-Real-Star Didier Dinart und Kiels Ausnahmekeeper Thierry Omeyer felsenfest.

Mangelt es den Titelhamstern der "Equipe tricolore" mittlerweile an Erfolgshunger? Erfolgscoach Claude Onesta hält dagegen: "Wenn du eine Frau liebst, die sehr hübsch ist, willst du sie nicht nur einmal lieben, sondern immer wieder."

SPORT1-Prognose: Wenn sich nicht auch noch Nikola Karabatic verletzt: Titelgewinn.

Kroatien

Der Stachel der Finalniederlage 2009 im eigenen Land gegen Frankreich sitzt immer noch tief. Diese Scharte wollen die Kroaten um die HSV-Asse Blazenko Lackovic, Igor Vori und Domagoj Duvnjak nun auswetzen und endlich den ersten Titel seit dem Olympiasieg 2004 einfahren.

Spannend wird dabei zu sehen, wie sich nach Lino Cervars Rücktritt Slavko Goluza bei seinem ersten großen Turnier auf der Trainerbank schlägt - und ob Spielmacher-Legende Ivano Balic noch einmal an alte Glanzzeiten anknüpfen kann.

Nach dreimal Silber in Folge bei Welt- und Europameisterschaften sind die Kroaten jedenfalls wieder fürs Endspiel gut.

SPORT1-Prognose: Die launischen Stars steigern sich im Laufe des Turniers - im Finale ist Frankreich zu stark.

Spanien

Nach der Katastrophen-WM 2009 mit Platz 13 hat die Seleccion von Trainer Valero Rivera definitiv etwas gutzumachen.

Die Vorzeichen sind nicht schlecht: Der Champion von 2005 hatte dank der Einsicht der heimischen Liga deutlich mehr Vorbereitungszeit als es beispielsweise dem DHB-Team vergönnt war. Dabei spielt sicher auch eine Rolle, dass man als Ausrichter der WM 2013 ein wenig Werbung in eigener Sache betreiben möchte.

Stärken des Teams sind das Keepergespann Arpad Sterbik/Javier Hombrados und die konterstarke Flügelzange Juanin Garcia/Victor Tomas. Doch auch der Rückraum um Routinier Iker Romero und die Entrerrios-Brüder sowie Kreisläufer Julen Aguinagalde haben internationales Top-Format.

SPORT1-Prognose: Spanien ist wieder auf dem Weg zu alter Stärke - trotz der schweren Gruppe reicht es immerhin fürs Halbfinale.

Polen

Das Team von Bogdan Wenta schnupperte in der jüngeren Vergangenheit immer mal wieder am großen Wurf, auch 2011 muss man die robusten Polen auf der Rechnung haben.

Großes Plus ist die leichte Vorrundengruppe, in der eigentlich nur Gastgeber Schweden ein ernsthafter Konkurrent ist - so dürfte man wichtige Kräfte sparen. Prunkstück ist der Rückraum: Karol Bielecki und Michal Jurecki liefern Feuerkraft auf links, in der Mitte wirbeln der endlich mal gesunde Löwe Grzegorz Tkaczyk und Berlins Bartlomiej Jaszka.

Rechts allerdings lastet nach dem Ausfall Krzysztof Lijewskis die Verantwortung auf seinem Bruder Marcin - und dem unverwüstlichen Allrounder Mariusz Jurasik.

SPORT1-Prognose: Das Halbfinale ist drin - damit ginge es um die dritte WM-Medaille in Folge.

Dänemark

Der Europameister von 2008 rüstet sich für die EM 2014 im eigenen Land, bis dahin hat man Erfolgstrainer Ulrik Wilbek gebunden.

Schwer dürfte der voraussichtliche Ausfall von Kreisläufer Michael Knudsen wiegen. Ein Manko ist außerdem die Torhüterposition: Nach Kasper Hvidts Rücktritt steht Talent Niklas Landin (22) vor einer echten Bewährungsprobe, Flensburgs Sören Rasmussen (34) ist ein Spätzünder und spielt sein erstes großes Turnier.

Für "Danish Dynamite" spricht dagegen die Breite des Kaders, ein großes Plus in einem langen Turnier. Zudem spielen die Dänen in Malmö und damit in unmittelbarer Nähe zur Grenze: Heimvorteil!

SPORT1-Prognose: Das Team ist im Umbruch - in der Zwischenrunde ist Schluss.

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