SPORT1-Experte Bob Hanning lobt in seiner WM-Analyse Uwe Gensheimer und erklärt, warum der Sieg gegen die Ägypter wichtig war.

Liebe Handball-Freunde,

so sieht doch ein geglückter WM-Auftakt aus!

Gegen den ehemaligen Afrika-Meister war das ein immens wichtiges Spiel, um Selbstvertrauen zu tanken. Auch wenn mich die Mannschaft nur phasenweise überzeugt hat.

Immer wenn unsere Jungs konzentriert waren, unterstützt durch zwei gute Torhüter, sind sie in den Gegenstoß gekommen und haben damit das schlechte Rückzugsverhalten der Ägypter bestraft. Im Angriff haben sie sich bemüht, das taktische Konzept von Heiner Brand umzusetzen, nämlich viel mit Einläufern zu arbeiten und viel Bewegung ohne Ball.

Das ist ihnen aber nicht immer gelungen. Oft haben die Spieler sich noch zu wenig ohne Ball bewegt und zu viel getippt, oder waren einfach nicht geduldig genug.

Besonders hervorheben will ich Uwe Gensheimer. Gar nicht mal wegen seiner starken Wurf-Effektivität gegen den "Busfahrer" im Tor der Ägypter, sondern weil er auch in der Abwehr überzeugt hat.

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Die Nordafrikaner haben schon mit europäischem Einschlag, und nicht so wild wie erwartet, gespielt. Aber man hat deutlich gemerkt, dass es ein Nachteil ist, wenn man den Spielern nicht die Möglichkeiten gibt, sich im Ausland zu bewegen - und wenn man nur in Freundschaftsturnieren und ohne Wettkampfstress testet.

Trotz allem waren sie auf uns gut eingestellt und haben das bestmögliche aller Ergebnisse erzielt.

Der Sieg war extrem wichtig für die deutsche Mannschaft. Die Anspannung des Bundestrainers war nicht zu übersehen. Er hat sehr spät gewechselt, weil er sich der Qualität der Ägypter bewusst war.

Mit diesem Selbstbewusstsein kann man jetzt in das Spanien-Spiel gehen. Das Bahrain-Spiel erwähne ich hier an dieser Stelle extra nicht. Das würde die deutsche Nationalmannschaft auch um Mitternacht nach drei Flaschen Wodka, mit 1,8 Promille oder wenn sie aus dem Schlaf gerissen würden und sofort in die Halle kommen und spielen müssten, gewinnen.

Auch wenn der Mannschaft so eine offensive Abwehr, wie die der Ägypter, generell nicht so liegt, sehe ich im Angriff noch Verbesserungspotential; ebenso in der Abwehr. Aber im Vergleich zum WM-Auftakt 2009 gegen Russland oder auch zu den Spielen bei der EM 2010 in Österreich, war das eine deutliche Verbesserung und eine konzentriertere Leistung.

Bis zum nächsten mal,

Ihr Bob Hanning

Bob Hanning, 42, nimmt während der WM bei SPORT1 kein Blatt vor den Mund. Hanning führte die Füchse Berlin als Geschäftsführer in die Handball-Bundesliga. Er war unter Heiner Brand Assistent bei der Nationalmannschaft und trainierte unter anderem den HSV in der Bundesliga. Für SPORT1 ist er als Co-Kommentator während der WM 2011 im Einsatz. Weitere Informationen zum SPORT1-Experten finden Sie unterwww.bob-hanning.de.

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