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Ein Stützpfeiler der Schweden: Oscar Carlen spielt seit April 2007 für sein Heimatland © imago

Das Eröffnungsspiel der WM 2011 naht. Schwedens Handball-Ikone Stefan Lövgren schätzt bei SPORT1 die Chancen des Gastgebers ein.

Aus Schweden berichtet Julian Meißner

Lund/Göteborg - Winter ist es in Schweden, aber wird es auch ein Märchen geben?

Die Skandinavier blicken jedenfalls in freudiger Erwartung dem Startschuss zur WM im eigenen Land entgegen. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Schweden ist im Handball-Fieber, das spürt man deutlich", bestätigt Tre-Kronor-Legende Stefan Lövgren im Gespräch mit SPORT1.

Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der letzten Frauen-EM sei das Interesse an der Mannschaftssportart Nummer drei im Land hinter Fußball und Eishockey noch einmal deutlich angestiegen, so der 268-malige Nationalspieler.

Lövgren: "Anspannung sehr groß"

Für die Gastgeber geht es zum Auftakt gegen den krassen Außenseiter aus Chile (20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) .

Die Südamerikaner nehmen nach einem überraschenden 34:31-Sieg über Kuba im Spiel um Platz drei bei den Panamerika-Meisterschaften erstmals an einer Weltmeisterschaft teil.

"Das müssen wir gewinnen, Chile ist kein Gegner von Format", stellt Lövgren klar: "Für uns ist es schön, einen leichteren Gegner zum Auftakt zu haben. Denn die Anspannung im Team ist schon sehr groß."

Druck auf jungen Spielern

Der Druck auf den Spielern und dem Trainergespann Staffan Olsson / Ola Lindgren ist naturgemäß enorm - auch wenn die Erwartungen im eigenen Land nicht allzu hoch sind.

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"Obwohl wir im eigenen Land spielen, gehe ich davon aus, dass wir als 'Underdogs' einsteigen. Natürlich hoffen wir auch darauf, dass genau das unsere Chance sein wird", gibt sich Olsson in der "Handballwoche" verhalten.

Manko ist vor allem mangelnde Erfahrung des Teams, das zudem die Absage von Kiels Kapitän Marcus Ahlm verkraften muss. Mit Kim Andersson ist ein Leistungsträger zumindest angeschlagen, so lastet der Druck auf den jungen Spielern um Oscar Carlen.

Polen Favorit in der schwedischen Gruppe

"Wir gehören momentan nicht zu den vier, fünf besten Teams in der Welt", meint auch Lövgren: "Aber wir wollen den Heimvorteil nutzen, das ist unsere große Chance. Wohin das führen kann, haben wir ja in Deutschland gesehen."

2007 verwirklichte das DHB-Team von Heiner Band den Traum vom WM-Sieg im eigenen Land, entfachte eine nicht für möglich gehaltene Euphorie und schuf so den Begriff vom "Wintermärchen".

Zum Vorteil könnte den Schweden die vergleichsweise leichte Gruppe gereichen. "Polen ist ganz klar Favorit", sagt zwar Lövgren. Doch neben Chile stellen auch Argentinien, Südkorea und die Slowakei durchaus lösbare Gegner dar.

Ziel: Besser als bei EM 2010

"Optimal wäre es natürlich, mit vier Punkten in die Hauptrunde zu gehen, zwei wären auch okay. Null Punkte wären eine Katastrophe", schätzt Lövgren, der die WM als TV-Experte begleiten wird, die Lage ein.

Der Ehrenspielführer des THW Kiel bleibt in der Formulierung der Ziele eher bescheiden: "Das Halbfinale wäre wirklich ein Riesenerfolg. Wir wollen zunächst einmal besser abschneiden als bei der EM."

Vor einem Jahr in Österreich landeten die Schweden mit dem damals zweitjüngsten Team des Turniers nur auf Platz 15.

Winter war es damals auch, aber von einem Märchen konnte aus schwedischer Sicht keine Rede sein.

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