Schweden tut alles, um bester WM-Ausrichter zu werden. Ein Kaffee-Engpass endet bei einem Gespräch übers Nationalgericht.

Man kann den schwedischen Organisatoren nicht vorwerfen, sie seien nicht bemüht. Es ist deutlich zu spüren, dass die Skandinavier vorhaben, Deutschland als besten Ausrichter einer Handball-WM abzulösen.

So werden in den Pressezentren eigens Umfragen durchgeführt, um die Zufriedenheit der Journalisten abzuklopfen.

Auch der einigermaßen gestresste SPORT1-Reporter wird zu fortgeschrittener Stunde nach dem Ägypten-Spiel in Lund gelöchert.

Ist alles zur Zufriedenheit? Woran fehlt es denn? Schließlich mache man das hier zum ersten Mal, erklärt die freundliche Dame im schmucken Volunteer-Dress.

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Na dann: Einmal in Fahrt, wird die Mängelliste lang und länger. Zu wenig Platz und zu wenig Steckdosen auf der Pressetribüne, Probleme mit dem WLAN, fehlende Statistiken und vor allem: ein Engpass bei der Kaffeeversorgung.

Ein absolutes No-go im Land der Kaffee-Junkies (nur die Finnen trinken laut "Lonely Planet" mehr), wie die erschütterte Miene meiner Gesprächspartnerin unschwer verrät.

Um die Stimmung zu retten, schiebe ich schnell ein Lob hinterher, das erste, was mir einfällt. Die beim Catering angebotenen Zimtschnecken, die sind echt lecker. Ein Fehler.

Umgehend beginnt der Vortrag über die sagenumwobene Kanelbulle, so heißt das Gebäck, das offenbar einem Nationalheiligtum nahe kommt. Ursprung, Zutaten, Herstellung, das kleine Einmaleins der Kanelbulle hat es in sich.

Das - recht einseitige - Gespräch endet nach einer gefühlten Viertelstunde, die Arbeit wartet ja schließlich.

Zwei Minuten später kriege ich einen Becher dampfenden Kaffees kredenzt, versüßt mit einem netten Lächeln - und, natürlich, einer Kanelbulle.

Man kann den Schweden wirklich nicht vorwerfen, sie seien nicht bemüht.

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