Die WM-Vorrunde in Schweden beweist: Nach wie vor ist der deutsche Handball von der Weltspitze ein gutes Stück entfernt.

Die deutsche Mannschaft hat es unter die zwölf besten Nationalteams des Planeten geschafft, das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Von der Weltspitze ist sie weiter ein gehöriges Stück entfernt.

Dieses Zwischenfazit muss man nach der Vorrunde bei der WM in Schweden ziehen. Das Halbfinale ist in weiter Ferne, die Plätze fünf bis zehn realistisch.

Von ?Hirngespinsten? sprach Heiner Brand angesichts der Hoffnungen im Vorfeld, man könne es unter die besten Vier schaffen. Insofern ist man eigentlich voll im Soll.

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Und doch kann der Bundestrainer mit dem bisherigen Auftreten seines Teams in der gewiss schweren Gruppe nicht zufrieden sein.

Die Partien gegen die Top-Teams Spanien und Frankreich hatte man nutzen wollen, um zu zeigen, dass man nach der Katastrophen-EM 2010 wieder etwas näher herangerückt ist an die Elite.

Genau das Gegenteil geschah. Gegen Spanien standen sich die Spieler selbst im Weg, Frankreich spielte in einer anderen Liga. In beiden Partien konnte das Team nicht seine beste Leistung abrufen.

Das Traurige ist, dass die Hoffnungen auf das Halbfinale vielleicht mutig, aber nicht unbegründet waren.

Deutschland läuft erstmals seit 2002 wieder in Bestbesetzung auf. Der Kader ist an fast allen Stellen mit Spielern besetzt, die es durchaus mit den Besten der Besten aufnehmen können ? wenn sie denn an ihr oberes Leistungslimit kommen. Das jedoch ist derzeit bei den meisten in entscheidenden Situationen nicht der Fall.

Die Gründe muss der Bundestrainer aufdecken und angehen. Vor allem aber müssen sich die Spieler der Verantwortung stellen. In Schweden haben sie schon jetzt eine große Chance vertan, dem deutschen Handball wieder auf die Sprünge zu helfen. Das ist kaum dem Trainer anzulasten.

Platz sieben und damit die Teilnahme an der Olympia-Qualifikation ist nun das, was man von der deutschen Nationalmannschaft erwarten kann und darf. Viel mehr aber auch nicht.

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