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Gegen Betrand Gille (re.) und Co. hatten die Bahrainis wenig entgegen zu setzen © getty

Für die Exoten gab es bei der WM sportlich nicht viel zu holen. Als Andenken machten sie Fotos und bekamen signierte Trikots.

Jönköping - Ein Betreuer des WM-Neulings Bahrain brachte es auf den Punkt.

"Wir sind Handballer, die anderen Profis", sagte er.

Körperlich hoffnungslos unterlegen, spielerisch limitiert, taktisch nicht ausgereift - der Handball-Exot wurde bei der WM in Schweden teils belächelt, erreichte mit zwei Siegen aber mehr, als er sich erhofft hatte.

"Es war wunderbar. Wir hoffen, dass wir auch wieder ein Teil der nächsten WM sein können", sagte Ulrik Kirkely, dänischer Trainer des WM-Debütanten nach dem Sieg im Spiel um den letzten Platz gegen Australien.

"Sind hier, um zu lernen"

In der Vorrunde durften seine Spieler gegen die Topstars aus Frankreich, Spanien und Deutschland auflaufen.

Punkte gab es natürlich keine, dafür aber nette Erinnerungen. Nach der Niederlage gegen den Titelverteidiger Frankreich ließen sich die Spieler noch auf dem Feld mit Thierry Omeyer und Nikola Karabatic für das Familienalbum ablichten.

"Wir beobachten schon, wie sich diese Spieler auf ein Spiel vorbereiten. Da versucht man, sich etwas abzuschauen. Wir sind hier, um Dinge zu lernen", sagte Kapitän Saeed Jahwer und bestätigte, was auch für den Handball-Laien offensichtlich gewesen war: "Die Europäer sind uns in Sachen Robustheit und Technik um viele Längen voraus."

Erster WM-Sieg für Bahrain

Bahrains Trainer Kirkely konnte für die WM aus rund 300 Spielern auswählen. Mit dem in Dubai aktiven Jaffar Abdul Qader stand nur ein einziger Profi im Aufgebot. Die übrigen Akteure spielen Handball aus Spaß an der Freude - nach der Arbeit.

"Dafür war unser Auftritt wirklich in Ordnung", meinte Kirkely, dessen Team in der Vorrunde gegen Ägypten den ersten WM-Sieg der Geschichte feierte.

"Aussies" sammeln Unterschriften

Vollkommen ohne Sieg treten die Australier die Heimreise an. Bei ihrer sechsten WM-Teilnahme landeten sie zum fünften Mal auf dem letzten Platz. Sie nahmen es mit Gelassenheit und Humor - und sammelten fleißig Erinnerungsstücke.

Nach der Vorrundenniederlage gegen Kroatien ließen sie sich unmittelbar nach Spielschluss ihre Trikots von den Topstars um Ivano Balic, Blazenko Lackovic und Igor Vori signieren.

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"Wir haben unglaublich viele Erfahrungen gesammelt. Daraus müssen wir lernen. Bei den nächsten Turnieren wollen wir uns verbessert präsentieren", sagte der australische Trainer Taid Ramadani.

Eine Verbesserung wäre schon ein einziger Sieg in einem WM-Spiel. Darauf wartet sein Team seit 2003. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

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