SPORT1-Experte Bob Hanning empfindet die Norwegen-Pleite schlimmer als die gegen Frankreich. Für Jogi Bitter hat er einen Tipp.

Liebe Handball-Freunde,

wenn das Frankreich-Spiel schon ernüchternd war, so war die Partie gegen Norwegen wie eine Fahrt mit 300 Sachen gegen die Wand. Damit habe ich persönlich nicht gerechnet.

Wir müssen jetzt gemeinsam analysieren, was bei der WM passiert ist.

Die EM hat bereits den Anfang gemacht und die Qualifikation war die Fortsetzung dessen, was wir gesehen haben. Das Motto muss nun sein, in Lösungen zu denken und nicht in Problemen.

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Zum Bundestrainer kann ich nur sagen: Ich hoffe inständig, dass er bleibt. Auch wenn andere jetzt an seinem Denkmal kratzen werden und er sich sicherlich auch seine Gedanken machen wird.

Ich bin nämlich der Meinung bin, dass das Entscheidende nicht das ist, was man erreicht hat, sondern was man hinterlässt. Und da gibt es absoluten Korrekturbedarf.

Aber zurück zum Spiel: Die Torhüter waren diesmal nur Normalmaß und nicht überragend, wie die Spiele zuvor. Und trotzdem waren sie nicht schlecht. Die Abwehr hat ihnen aber auch kein einziges mal geholfen.

Außerdem muss ich noch etwas los werden: Jogi Bitter hat mich in der Hamburger Medienwelt angegriffen, dass ich der Mannschaft die Führungskompetenz abgesprochen habe. Heute musste er erkennen, dass ich in der Kritik zu 100 Prozent richtig lag. Auch wenn ihn nun wirklich die wenigste Schuld trifft und er immer wieder versucht hat mit seinen Paraden der Mannschaft zu helfen.

Er sollte trotzdem darüber nachdenken, was andere Leute aus anderen Blickwinkeln zu diesen Themen sagen.

Ansonsten bescheinige ich der Mannschaft keinen mangelnden Willen, sie haben sich sichtlich bemüht. Aber wenn in einem Zeugnis steht: "Der Mitarbeiter gab sich Mühe", dann weiß jeder, dass das ein klares Signal ist, ihn NICHT einzustellen. Das ist manchmal noch schlimmer als ein vernichtendes Urteil.

Und zum letzten WM-Spiel: Wenn wir uns jetzt über die Argentinier Gedanken machen müssen, weiß ich auch nicht mehr weiter. Obwohl sie bisher gute Resultate erzielt haben.

Die Hoffnung bleibt, zum Abschluss nochmal einen guten Eindruck zu machen, auch wenn man das ganze Thema nicht mehr schön spielen kann.

Bis zum nächsten Mal,

Ihr Bob Hanning

Bob Hanning, 42, nimmt während der WM bei SPORT1 kein Blatt vor den Mund. Hanning führte die Füchse Berlin als Geschäftsführer in die Handball-Bundesliga. Er war unter Heiner Brand Assistent bei der Nationalmannschaft und trainierte unter anderem den HSV in der Bundesliga. Für SPORT1 ist er als Co-Kommentator während der WM 2011 im Einsatz. Weitere Informationen zum SPORT1-Experten finden Sie unter www.bob-hanning.de.

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