Für SPORT1-Experte Bob Hanning steht das Spiel gegen Argentinien sinnbildlich für die verkorkste WM. Er fordert Veränderungen.

Liebe Handball-Freunde,

Jetzt haben wir es mit doppelter Schmerz-Zulage - der zweimaligen Verlängerung - hinter uns gebracht .

Das Spiel gegen Argentinien war sinnbildlich für alles. Sie haben gewollt, aber nicht gekonnt.

Es hat die Körperlichkeit in der Abwehr gefehlt. Sie haben versucht Emotionen ins Spiel zu bringen, dies ist ihnen aber nicht gelungen.

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Uwe Gensheimer hat noch ein ordentliches Spiel gemacht. Symptomatisch waren jedoch die Fehlversuche von Dominik Klein, als er erst den Gegenstoß verwirft und dann das freie Tor nicht trifft.

Für Argentinien war es das Spiel ihres Lebens, was man auch gemerkt hat.

Zusammenfassend muss man sagen, dass es eben so nicht reicht.

Deshalb hat sich die HBL bereits in einer Telefonkonferenz zusammengetan. Wir geben das klare Signal, dass wir gemeinsam mit dem DHB konstruktiv und dogmenfrei an das Thema herangehen wollen. Und zwar ausschließlich lösungsorientiert.

Man sollte jetzt aber auch nicht alles, was über die Jahre vorher gut war, schlecht reden.

Aber man sollte trotzdem inhaltsorientiert daran arbeiten - und zwar lösungsorientiert und nicht problemorientiert.

Es muss nun darum gehen, dass wir die U23- und U21-Spieler in den Spielbetrieb komplett integrieren. Dies muss das Hauptthema sein.

Man sollte mit drei oder vier Spielern auf dem Spielberichtsbogen arbeiten. Da müssten aber alle mitziehen. Hier sehe ich schon das Problem, weil ich damals schon in meiner Funktion als Präsident der Trainervereinigung den 13. und 14. Spieler durchgebracht habe und dies von den großen Vereinen gekippt worden ist.

Dafür muss aber auch der Juniorenplan an den Bundesligaplan angepasst werden. Es kann nicht sein, dass die Juniorenspiele über Wochen ausfallen, weil irgendwelche Lehrgänge der Junioren sind.

Wir müssen uns überprüfen, ob es wichtig ist, Titel zu holen oder es besser ist, Persönlichkeiten zu entwickeln.

Wir müssen schauen, ob trotz der Lukrativität der Weihnachtsspiele es nicht besser wäre, der Nationalmannschaft mehr Vorbereitungszeit einzuräumen.

Jetzt müssen alle viel geben, damit hinterher was rauskommt. Und dazu kann ich nur alle auffordern. Ansonsten freuen wir uns auf zwei schöne Halbfinals ohne deutsche Beteiligung, und das ist auch gut so.

Bis zum nächsten Mal,

Ihr Bob Hanning

Bob Hanning, 42, nimmt während der WM bei SPORT1 kein Blatt vor den Mund. Hanning führte die Füchse Berlin als Geschäftsführer in die Handball-Bundesliga. Er war unter Heiner Brand Assistent bei der Nationalmannschaft und trainierte unter anderem den HSV in der Bundesliga. Für SPORT1 ist er als Co-Kommentator während der WM 2011 im Einsatz. Weitere Informationen zum SPORT1-Experten finden Sie unter www.bob-hanning.de.

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