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Dänemark steht zum zweiten Mal nach 1967 im Finale einer Handball-Weltmeisterschaft © getty

Die Skandinavier ziehen nach einer Achterbahnfahrt ins Finale ein. Ein junger Torhüter überragt. Nun geht es gegen den Topfavoriten.

Aus Schweden berichtet Julian Meißner

Malmö - Titelverteidiger Frankreich greift erwartungsgemäß erneut nach der Handball-Krone.

Der Weltmeister, Europameister und Olympiasieger setzte sich im WM-Halbfinale von Malmö am Freitag mit 29:26 (15:12) gegen den Gastgeber durch und beendete Schwedens Titelträume.

Im Finale am Sonntag (16.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) treffen die Franzosen auf Dänemark.(DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Der Ex-Europameister besiegte die Spanier am Abend mit 28:24 (12:12).

Gille und Guigou überragen

Vor 11.477 Zuschauern in der nicht ausverkauften Malmö Arena trafen Bertrand Gille (8) und Michael Guigou (8/2) am häufigsten für die "Equipe tricolore".

Der Top-Favorit ließ aufgrund einer bärenstarken Mannschaftsleistung nur kurzzeitig einen Zweifel am Ausgang des Spiels.

Im Tor zeigte Thierry Omeyer abermals eine starke Leistung und zog den gegnerischen Werfern den Zahn.

Auf Seiten der aufopferungsvoll kämpfenden Schweden waren Jonas Källmann (6) sowie Kim Ekdahl du Rietz und Oscar Carlen (je 5) am erfolgreichsten.

Karlsson: Jetzt wollen wir Bronze

"Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir verloren haben", sagte Abwehrchef Tobias Karlsson im Gespräch mit SPORT1: "Aber jetzt haben wir den Riesenwillen, Bronze zu holen."

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Im Spiel um Platz drei geht es am Sonntag (14.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen Spanien.

Der überragende Gille meinte: "Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Ich bin auch mit meiner eigenen Leistung zufrieden. Es gibt Tage, wo es einfach läuft."

Und Nikola Karabatic freute sich: "Wir haben eine richtig gute Abwehr gespielt."

Schwedens Aufholjagd kommt zu spät

Die Partie in Malmö unter der Leitung der deutschen Schiedsrichter Lars Geipel und Marcus Helbig schien frühzeitig entschieden, doch Schweden kam in den letzten zehn Minuten noch einmal auf.

Immer, wenn das französische Team von Trainer Claude Onesta auch nur annäherungsweise unter Druck geriet, legte es jedoch einfach einen Zahn zu.

Bedrohlich wurde es ohnehin selten: Schweden erwischte zwar einen guten Start und ging durch den nach einer Einblutung am Knie angeschlagenen Flensburger Carlen mit 4:2 (7.) in Führung.

[kaltura id="0_3b2xr95d" class="full_size" title="Frankreich zieht ins Finale ein"]

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Doch die Franzosen blieben gewohnt gelassen und legten wie auf Bestellung einen 4:0-Run hin.

Ein Timeout des schwedischen Trainergespannes Staffan Olsson/Ola Lindgren zeigte ein wenig Wirkung.

Gastgeber profitieren von Schiri-Entscheidungen

Der Rekord-Europameister fing sich und hielt den Rückstand, getragen von der Euphorie in der Halle und dank des starken Ekdahl du Rietz, bis zum Seitenwechsel in erträglichen Maßen.

Die Schweden profitierten zudem Mitte des ersten Durchgangs von einigen unglücklichen Entscheidungen der Referees.

Nach der Pause zog Frankreich jedoch direkt die Zügel an und erstmals auf fünf Tore weg. Spätestens hier war eine Vorentscheidung gefallen.

Im Angriff fand Schweden kaum noch Mittel gegen die massive Deckung um Didier Dinart, defensiv waren die französischen Ausnahmekönner von den müde wirkenden Blau-Gelben nicht zu stoppen.

Über das 23:17 (44.) durch Superstar Nikola Karabatic (2) setzte sich der Top-Favorit zunächst weiter ab.

Arrhenius verkürzt noch einmal

Die Hausherren witterten beim 25:23 durch Robert Arrhenius (55.) noch einmal Morgenluft, doch Frankreich steigerte sich erneut und brachte den Sieg mit einem Guigou-Doppelschlag am Ende sicher nach Hause.

"Wir haben alles gegeben, aber Frankreich war besser", meinte Keeper Mattias Andersson: "Dennoch haben wir ein tolles Turnier gespielt."

Dänen mit Höhen und Tiefen

In Kristianstad führten die Dänen schon mit 9:6 (16.), bevor Spanien sich steigerte und es ausgeglichen in die Pause ging.

Im zweiten Durchgang setzte sich das Team von Trainer Ulrik Wilbek wiederum auf 17:13 (39.) ab, ließ den Gegner aber erneut herankommen und nahm sogar den Ausgleich hin (23:23/56.).

Hansen mit neun Toren

In den Schlussminuten hatten die Dänen um den erneut überragenden Top-Scorer Mikkel Hansen (9 Tore) jedoch mehr zuzusetzen und bejubelten nach Abpfiff den verdienten Einzug ins Endspiel.

So kommt es am Sonntag in Malmö zum Traumfinale der zwei stärksten Mannschaften des Turniers: Frankreich kann den vierten Titel in Folge holen, wieder erstarkte Dänen den ersten Coup seit der EM 2008 landen.

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