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Mikkel Hansen (l. mit Luc Abalo) wechselte 2010 von Barcelona nach Kopenhagen © getty

Im Finale wollen starke Dänen Frankreichs Siegeszug beenden. Der Heimvorteil spricht dafür. Christiansen sagt: "Wir gewinnen."

Aus Schweden berichtet Julian Meißner

Malmö - Dänemark steht dicht vor dem größten Erfolg seiner Handball-Geschichte, doch die letzte Hürde könnte höher nicht sein: Frankreich bittet zum Finale (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Die Konstellation für den großen Showdown ist beileibe keine Überraschung. Im WM-Endspiel von Malmö (So., 16.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) stehen sich die beiden besten und konstantesten Teams des Turniers gegenüber.

Für die Dänen wäre es der erste WM-Titel, die Franzosen dagegen können nach 1995, 2001 und 2009 ihre vierte Weltmeisterschaft gewinnen und mit den Rekordhaltern Rumänien und Schweden gleichziehen.

Frankreich klarer Favorit

"Wenn man im Finale steht, dann will man auch Gold", sagte Kiels Keeper Thierry Omeyer im Gespräch mit SPORT1 nach dem Halbfinale gegen Schweden, in dem sein Team nicht einmal ans Limit hatte gehen müssen.

Bei Buchmachern wie Experten sind die Franzosen klar favorisiert (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News).

Die Übermannschaft der letzten Jahre hat in den letzten zwei Wochen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie sogar in der Lage ist, die Ausfälle zweier Leistungsträger vom Formate Guillaume Gilles und Daniel Narcisses zu kompensieren.

Lob für die Youngster

Das verdanken sie in erster Linie den phänomenalen Leistungen der beiden 22-jährigen Rückraum-Youngster William Accambray und Xavier Barachet.

Omeyer lobte: "Die beiden spielen ein sehr gutes Turnier und haben uns von Anfang sehr geholfen. Beide spielen nach den Verletzungen von Daniel und Guillaume eine große Rolle."

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Hamburgs Bertrand Gille, mit acht Treffern am Freitag der überragende Mann, meinte angesichts der prominenten Ausfälle: "Wir spielen nicht den Handball, den wir mit Daniel und Gino spielen würden, aber wir sind weiterhin effektiv. Wir haben Umwege gefunden."

Finale "kein Zufall"

Zentrale Figur im Spiel der Blauen ist nach wie vor Ex-Welthandballer Nikola Karabatic, der den Angriff druckvoll von der Mitte aus steuert.

"Wenn man zum vierten Mal in Folge in einem Endspiel steht, ist das kein Zufall. Wir wollen unsere Generation genießen", sagte der ehemalige Kieler mit Blick auf den möglichen vierten Titelgewinn hintereinander.

Christiansen glaubt an einen Sieg

Doch die Dänen, die als einziges Team im Turnier noch keinen Punktverlust erlitten haben, erstarren keinesfalls vor Ehrfurcht.

[kaltura id="0_3bhnn7a5" class="full_size" title="D nemark steht im Finale"]

Oldie Lars Christiansen gab sich nach dem Halbfinale mehr als zuversichtlich: "Wir haben enormes Vertrauen in uns. Wir werden einfach neue Tricks aus der Kiste holen, wenn wir in Schwierigkeiten sind. Und deshalb gewinnen wir."

Wilbek kennt Schwächen der Franzosen

Trainerfuchs Ulrik Wilbek, der mit dem Team schon 2008 die EM in Norwegen gewann, hat sogar Schwächen auf Seiten des übermächtig erscheinenden Gegners ausgemacht.

"Ich habe Dinge gesehen, die bei den Franzosen nicht richtig geklappt haben. Aber ich werde nicht verraten, was es ist", sagte er.

Wilbek, Spitzname "Albino", ist der Vater des Aufschwungs im dänischen Männerhandball.

Mit den Frauen hat er alle erdenklichen Titel abgeräumt, und auch die Herren sind nun wieder auf Kurs.

Karabatic warnt

"Dänemark spielt hohes Tempo", warnt Karabatic: "Und sie spielen zu Hause."

Zu Tausenden werden am Sonntag dänische Fans über den Öresund strömen und für ausverkaufte Ränge in der 12.500 Zuschauer fassenden Malmö Arena sorgen.

Hansen und Landin machen Hoffnung

Schlüsselspieler in Wilbeks breitem Kader sind Kopenhagens Shooter Mikkel Hansen, der mit 58 Treffern bislang Turnier-Topscorer ist, sowie Keeper Niklas Landin.

Der 22-jährige Schlaks schickt sich in Schweden an, das Status des Supertalents hinter sich zu lassen.

Gebrochene Nase bei Nöddesbo

Doch die eigentliche Stärke der Dänen ist ihre Ausgeglichenheit. Wilbek wechselt extrem viel, die Spieler wirken am Ende eines kräftezehrenden Turniers frischer als die Konkurrenz.

Das Halbfinale hat jedoch Spuren hinterlassen: Kreisläufer Jesper Nöddesbo brach sich bei einer Abwehraktion gegen Spaniens Raul Entrerrios die Nase.

Spielen will er dennoch, wenn Dänemark sich aufmacht, den Siegeszug der Franzosen zu stoppen.

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