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Nikola Karabatic (M.) wurde zum wertvollsten Spieler der WM gewählt © AFP

Im packenden WM-Finale setzen sich die Bleus nach Verlängerung gegen zähe Dänen und großen Hansen durch. Karabatic überragt.

Aus Schweden berichtet Julian Meißner

Malmö - Sie wankten, aber sie fielen nicht: Die Dominanz der Blauen bleibt ungebrochen, der Weltmeister heißt erneut Frankreich ( 344273 Bilder und Video).

Der Titelverteidiger und Top-Favorit setzte sich im Endspiel-Krimi von Malmö am Sonntag dank einer beeindruckenden Vorstellung mit 37:35 (31:31; 15:12) nach Verlängerung gegen Dänemark durch und gewann den vierten großen Titel in Folge.

Die ohne Punktverlust angetretenen Dänen unterlagen der Übermannschaft der Gegenwart trotz einer starken Leistung am Ende nur knapp und verpassten in ihrem zweiten WM-Finale nach 1967 erneut den großen Coup (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Dank Spellerberg in die Verlängerung

Bo Spellerberg rettete sein Team, das die meiste Zeit zurückgelegen hatte, mit einem Last-Second-Treffer in die Verlängerung, in der die Franzosen am Ende den besseren Punch hatten.

Routinier Jerome Fernandez (5/1) wurde mit zwei Treffern in Folge in den Schlussminuten zum Matchwinner.

"Noch ein Titel! Wir haben nie aufgegeben, und wir haben uns gesteigert, das ist die Stärke dieser Mannschaft. Das Kollektiv hat gewonnen", erklärte er.

Erfolgsgarant für die "Equipe tricolore" in dem hochklassigen wie spannenden Finale war zudem der überragende Nikola Karabatic (10), der auch zum MVP der WM gewählt wurde.

Michael Guigou (7/2), Luc Abalo (5) und Bertrand Gille (4) überzeugten daneben als beste Werfer für den Champion (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News).

Spanien wird Dritter

Für Dänemark trafen vor 12.145 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Malmö Arena Turnier-Topscorer Mikkel Hansen (10) und Lars Christiansen (5/2) am besten. Im Tor zeigte Youngster Niklas Landin eine überragende Leistung.

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Zuvor hatte sich Spanien mit einem 24:23 (11:11) über Schweden im hart umkämpften Spiel um Platz drei die Bronzemedaille gesichert und die Medaillenträume des Gastgebers zerstört.

Hansen überragend

Im mit Spannung erwarteten Endspiel übernahmen die Franzosen direkt die Kontrolle und spielten schnell eine Zwei-Tore-Führung heraus. Beim 9:6 (16.) wuchs der Vorsprung erstmals auf drei Treffer an.

Der Weltmeister, Olympiasieger und Europameister profitierte wie gewohnt von einer felsenfesten Deckung sowie seinem variablen und ungemein sicheren Angriffspiel.

Kopenhagens Shooter Hansen hielt die Dänen mit seinen Treffern aus dem Rückraum jedoch in der Partie.

Landin hält stark

Nach dem Seitenwechsel blieb der Europameister von 2008 zunächst auf Distanz. Dänemarks Konzept mit Tempospiel und zahlreichen Wechseln zahlte sich auf die Dauer jedoch erneut aus.

[kaltura id="0_seyptpo5" class="full_size" title="Frankreich ist Weltmeister"]

Die Treffer fielen meist durch Hansen, aus dem Gegenstoß oder über die Flügel.

Über 27:25 (53.) durch Abalo blieb der Titelverteidiger zunächst vorn, bis Lars Christiansen den erneuten Ausgleich zum 29:29 erzielte (57.) - auch weil Torhüter Niklas Landin seinen Kasten förmlich vernagelte.

Cleverness entscheidet

Wenige Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit fasste sich Spellerberg beim Stand von 31:30 für Frankreich ein Herz und hämmerte den Ball in die Maschen - Verlängerung.

Die überwiegend dänischen Fans in der Halle mussten sich darin mit ansehen, wie die Franzosen mit ihrer Klasse und Cleverness die Partie doch noch zu ihren Gunsten entschieden.

Das Spiel im Stenogramm

Frankreich - Dänemark 37:35 (31:31, 15:12) n.V.

Frankreich: Omeyer, Karaboue - Karabatic (10), Guigou (7/2), Abalo (5), Fernandez (5/1), Gille (4), Barachet (3), Accambray (2), Joli (1/1), Honrubia, Junillon, Sorhaindo, Bosquet, Bingo, Dinart

Dänemark: Landin, Rasmussen - Hansen (10), L. Christiansen (5/2), Spellerberg (4), Lindberg (3), Nöddesbo (3), Eggert (3/1), Knudsen (2), Toft Hansen (2), M. Christiansen (1), Boesen (2), Lauge, Svan Hansen, Söndergaard, Nielsen.

Schiedsrichter: Raluy Lopez/Sabroso Ramirez (Spanien)

Zeitstrafen: 4:4

Siebenmeter: 7/4:3/3

Zuschauer: 12.462

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