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Kiels Superstar und Olympiasieger Nikola Karabatic (r.) ist mit Frankreich Top-Favorit © getty

Zwei Teams ragen aus dem Kreis der WM-Kandidaten hervor. Sport1.de nennt die Favoriten auf den Titel und stellt eine Prognose.

Von Jessica Pulter

München - Spätestens seit dem Olympia-Sieg vor gut einem halben Jahr in Peking steht Frankreich ganz oben auf der Liste, wenn es um die Favoriten auf dem WM-Sieg bei der Endrunde 2009 in Kroatien geht.

Doch das Top-Team der letzten Jahre kocht auch nur mit Wasser und einige Teams wollen den Franzosen die Suppe versalzen.

Insbesondere Gastgeber Kroatien rechnet sich gute Chancen aus, es dem deutschen Team nachzumachen und die Heim-WM zu gewinnen.

Der ehemalige Welthandballer und DSF-Experte Daniel Stephan sagt: "Frankreich ist sicherlich als Olympiasieger mein absoluter Titelfavorit. Sie haben individuelle Klasse vom Feinsten und mit Nikola Karabatic den Ausnahme-Könner in ihren Reihen."

Mit den Kroaten, die am Freitag das Eröffnungsspiel gegen Südkorea bestreiten (20.15 Uhr LIVESCORES), sei aufgrund des Heimvorteils "mit einem fanatischen Publikum im Rücken" freilich auch zu rechnen.

Sport1.de nennt die Favoriten auf den Titel und stellt eine Prognose.

Frankreich:

Seit dem WM-Gewinn 2001 gehören die Franzosen zu den Spitzenmannschaften der Welt, seither standen "Les Bleus" bis auf ein Turnier immer auf dem Podest bei Europa- und Weltmeisterschaften. Nur bei der WM 2007 in Deutschland lief es mit Platz vier nicht ganz nach Plan.

Die mit überragenden Individualisten besetzte Mannschaft von Trainer Claude Onesta hat mit Karabatic vom THW Kiel den momentan wohl weltbesten Handballer in ihren Reihen, allerdings fällt mit Hamburgs Bertrand Gille auch ein wichtiger Spieler aus.

Onesta stapelt tief: "Nach einem großen Titel wie der Goldmedaille bei Olympia ist es sehr schwer, diese Leistung zu bestätigen."

Die Vorrunde sollte den Franzosen in der Gruppe A kaum Probleme bereiten, in der Zwischenrunde könnte man aber auf Gastgeber Kroatien, Spanien und Schweden treffen.

Kroatien:

Dass sich die Gastgeberrolle positiv auf den Turnierausgang auswirken kann, steht nicht erst seit Deutschlands Titelgewinn 2007 im eigenen Land fest. Doch die Kroaten zählen auch so in steter Regelmäßigkeit zu den Favoriten bei den großen Turnieren.

Mit Ivano Balic hat das Team wie die Franzosen einen wahren Superstar in seinen Reihen, der zudem auch immer im richtigen Moment seine beste Leistung abrufen kann. Sechs Mal in Folge wurde der 29-Jährige bei einem großen Turnier zum besten Spieler gewählt, ein bis dato unerreichter Wert.

Gegen das routinierte Team, das zur Hälfte aus Zagreb-Spielern besteht, spricht allerdings die schwere Gruppe B mit Spanien und Schweden. Da darf sich das Team kaum einen Fehler erlauben.

Deutschland:

Das Team steckt mitten im Umbruch. Auch wenn noch zehn Spieler aus der WM-Mannschaft von 2007 dabei sind, die Leitwölfe wie Markus Baur oder Christian Schwarzer sind weg. Es wird interessant sein, wer in diese Rolle schlüpft. 53596(DIASHOW: Der vorläufige Kader)

Das Potenzial für den ganz großen Coup steckt in der Mannschaft, auch wenn die Routine im Zusammenspiel fehlt.

Allerdings geht die Mannschaft nicht ganz fit ins Turnier, Pascal Hens ist gerade erst wieder genesen, Michael Kraus' Einsatz steht noch nicht einmal fest.

Um den Titel zu verteidigen, braucht die Mannschaft aber jeden Spieler in Topform, denn bereits die Vorrunde wird schwer genug. Immens wichtig wäre ein guter Auftakt gegen Russland.

Dänemark:

Nach drei Mal Bronze in Folge landeten die Dänen 2008 den großen Coup bei der Europameisterschaft und holten sich den Titel. Doch ein Top-Ergebnis bei Weltmeisterschaften fehlt den Mannen von Trainer Ulrik Wilbek noch.

Mit den Flensburgern um Lars Christiansen und Michael V. Knudsen haben die Dänen wieder eine schlagkräftige Truppe beisammen, die aufgrund des breiten Kaders insbesondere in Sachen Fitness den Gegnern ein Schnippchen schlagen könnte.

Zudem stellt die Gruppe D mit Norwegen und Ägypten als schärfsten Konkurrenten für den Europameister eine machbare Aufgabe dar.

Schweden:

Der Geheimtipp der WM, auch wenn die einst so erfolgsverwöhnten Schweden schon seit sieben Jahren auf einen Titel warten.

Im Team von Staffan Olsson und Ola Lindgren ist Ciudad Reals Jonas Källmann nicht der einzige Spieler von Weltformat.

Mit Kim Andersson vom THW haben sie einen Akteur in ihren Reihen, der nicht nur für viele Tore gut ist, sondern auch sein Team mitreißen kann. Und die jungen Spieler um Oscar Carlen sind hungrig.

Schwedens größtes Problem wird es sein, die schwere Gruppe B schadlos zu überstehen.

Wenn sie genügend Punkte in die Hauptrunde mitnehmen können, dann ist alles möglich.

Die Sport1.de-Prognose:

Wenn es keine großen Ausfälle in den Mannschaften gibt, dann werden wohl die Kroaten und die Franzosen den WM-Titel unter sich ausmachen. Allerdings werden beide Teams schon in der Hauptrunde gegeneinander spielen müssen, wenn sie den Turniersieg wollen. Die Revanche könnte es dann im Finale geben. Für die deutsche Mannschaft wäre eine Halbfinalteilnahme schon ein großer Erfolg.

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