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Ivano Balic (M.) wurde bei sechs Großturnieren in Folge zum MVP gewählt © getty

Gastgeber Kroatien geht mit einem klaren Ziel in die Weltmeisterschaft im eigenen Land: Der Titel und nichts anderes soll es sein.

Von Julian Meißner

München - Der Rahmen ist bereitet, die Vorfreude riesig: Ganz Kroatien fiebert der Handball-Weltmeisterschaft im eigenen Land entgegen.

Am Freitag (20.30 Uhr LIVESCORES ) eröffnet in Split die Mannschaft von Trainer Lino Cervar mit ihrer Auftaktpartie in Gruppe B gegen Südkorea das Turnier.

Die Vorgabe für das mit Spielern der Extraklasse gespickte Team ist mehr als eindeutig:

Man will, soll, ja fast muss es den Deutschen gleichtun und sich vor heimischer Kulisse die Krone der Handball-Welt aufsetzen.

Cervar bremst Erwartungen

Auch wenn Cervar versucht, die Euphorie zu dämpfen. Der 58-Jährige sagt: "Unser erstes Ziel lautet, mit möglichst vielen Punkten in die Zwischenrunde einzuziehen. Viele sehen uns schon in den Finalspielen, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg."

Mit Ex-Weltmeister Spanien und den wieder erstarkten Schweden haben die Kroaten zwei Mannschaften in ihrer Gruppe, die sich schnell als Stolperstein entpuppen könnten.

Und es wäre nicht das erste Mal, dass solch eine hohe Erwartungshaltung zum Hemmschuh wird.

Mysteriöser Rücktritt

Zumal der Nationalmannschaft, die nach Platz drei bei Olympia in Peking herb kritisiert wurde, interne Spannungen nachgesagt werden.

So soll es zwischen den erfahrenen Spielern und Cervar jüngst zu offenen Konflikten gekommen sein.

Und Weltklasse-Rechtsaußen Mirza Dzomba trat wenige Wochen vor Turnierbeginn aus der Nationalmannschaft zurück - angeblich aufgrund gesundheitlicher Probleme.

"Niemand kann uns gefährlich werden"

Wie überzeugt die Mehrheit der Bevölkerung dennoch von der Klasse ihres Teams und den damit verbundenen Titelchancen ist, machen die Worte des kroatischen Handball-Verbandspräsidenten klar.

Sandi Sola sagt: "Es soll nicht arrogant klingen, aber wir haben Ivano Balic, Petar Metlicic, Igor Vori und Blazenko Lackovic. Wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben, besitzen wir einfach das beste Team der Welt. Dann sehe ich niemanden, der uns gefährlich werden kann."

Und Superstar Balic, der im Vorfeld der WM extra von Spanien zurück in seine Heimat wechselte, wird regelrecht pathetisch.

"Es ist bestens bekannt, wie gerne wir für unser Land spielen. Und das immer bis zum letzten Atemzug mit ganzem Herzen", so der Fahnenträger von Peking.

"500 Prozent" genug?

Kreisläufer Igor Vori dagegen sagt: "Ich kann nicht versprechen, dass wir Weltmeister werden, oder auch nur, dass wir eine Medaille holen."

Er könne aber garantieren, "dass wir 500 Prozent Einsatz geben werden, in jedem Moment. Ob das genug ist, um etwas zu erreichen, wird man sehen."

"Etwas" ist in diesem Falle klar definiert: Kroatien holt Gold - oder gar nichts.

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