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Nachnominiert vor dem Match gegen Mazedonien: Göppingens Christian Schöne © getty

Nach drei Spielen ohne Niederlage ist die Stimmung im deutschen Team bestens. Heiner Brand muss allerdings nachnominieren.

Varazdin - Schlossbesichtigung, Stadtspaziergang, Massagen:

Die deutschen Handballer haben am Ruhetag der WM in Kroatien neue Kräfte gesammelt und wollen vorzeitig in die Hauptrunde stürmen.

Der Weltmeister benötigt gegen Mazedonien am Mittwoch (ab 17.15 Uhr LIVE) noch einen Sieg, um das erste Etappenziel beim Projekt Titelverteidigung zu erreichen.(DATENCENTER: Alle Tabellen)

Kraus: "Von Tag zu Tag besser"

"Wir haben bisher noch nichts erreicht. In den ersten drei Spielen haben wir aber Selbstbewusstsein getankt. Ich hoffe, dass wir das jetzt umsetzen können", meinte Bundestrainer Heiner Brand.

Nach dem Spiel gegen die unangenehmen Mazedonier steht zum Vorrundenabschluss am Donnerstag für Pascal Hens und Co. noch die Neuauflage des WM-Finales von 2007 gegen Polen an (ab 17.15 Uhr LIVE).

"Daran denken wir überhaupt noch nicht. Wir müssen Mazedonien schlagen, dann sind wir weiter", meinte Kapitän Michael Kraus, der sich nach seinem auskurierten Muskelfaserriss in der Wade von "Tag zu Tag besser fühlt."

Gute Stimmung im deutschen Team

Überhaupt ist die Stimmung in der Mannschaft nach drei Spielen ohne Niederlage (5:1 Punkte) und der Tabellenführung in der Gruppe C im frühlingshaften Varazdin (14 Grad) prächtig. (DHB-Team nach Pflichtsieg Tabellenführer)

"Wir haben einen wahnsinnigen Teamgeist und sehr viel Spaß. Auch im Verein ist es sehr selten, dass es so harmonisch abläuft", erklärte Abwehr-Ass und Motivator Oliver Roggisch.

Respekt vor Mazedoniens Torjäger

Doch nur mit Euphorie und guter Laune sind die Mazedonier bei ihrer zweiten WM-Teilnahme nach 1997 nicht zu bezwingen. Ihre mitgereisten Fans erzeugten schon beim Überraschungserfolg gegen Polen eine hitzige Stimmung in der Halle, zudem schoss Rückraum-Star Kiril Lazarov den Favoriten mit 13 Toren (bei 16 Würfen) fast im Alleingang ab.

"Er ist einer der besten Spieler im Turnier. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen", sagt Torhüter Johannes Bitter respektvoll. Mit einer ausgedehnten Videoanalyse und einer lockeren Trainingseinheit bereitete Brand am Dienstagabend sein Team auf den Gegner vor.

Eine besondere Maßnahme gegen Torjäger Lazarov plant der Bundestrainer aber nicht: "Wir haben bisher gegen jeden Gegner eine 6:0-Deckung gespielt. Ich gehe davon aus, dass wir es auch hier schaffen. Nicht jedes Spiel ist verloren, wenn Lazarov zehn Tore wirft."

Weltmeister Torsten Jansen, der es auf der Halbposition in der Abwehr häufig mit Lazarov zu tun bekommen wird, pflichtet seinem Coach bei. Es würde nichts bringen, einen eingespielten Deckungsverband zu sprengen, so der Hamburger.

Schöne nachnominiert

Die Abwehr war im bisherigen Turnierverlauf neben den Torhütern Bitter und Carsten Lichtlein der größte Trumpf des EM-Vierten. Die Zahl der technischen Fehler im Angriff und die Wurfquote müssen hingegen noch verbessert werden.

"Auch wenn es Schwankungen gab, ziehe ich ein positives Zwischenfazit", meinte Brand, der mittlerweile zum Nachnominieren praktisch gezwungen wurde.

Nach der vorzeitigen Abreise des verletzten Christian Sprenger (Innenbandriss im Knie) entwickelte sich die Erkältung von Stefan Schröder am Dienstag zu einer ausgewachsenen Grippe mit Fieber.

Nach Rücksprache mit Teamarzt Dr. Berthold Hallmaier beorderte Brand den Göppinger Christian Schöne am gestrigen Abend nach Kroatien.

"Weg der Verjüngung weitergehen"

Der Rechtsaußen wird bereits morgen um 12 Uhr in Zagreb landen und gegen 14 Uhr im Teamhotel in Varazdin erwartet. Schöne, der 2004 mithalf, den Europameistertitel zu gewinnen, brachte es bisher auf 63 Länderspiele und erzielte dabei 79 Tore.

"Christian Schöne war immer ein verlässlicher Mann im Nationalteam", sagte Brand, der auch noch auf den Lemgoer Florian Kehrmann (30) als Rechtsaußen im 28er-WM-Aufgebot hätte zurückgreifen können. "Aber wir wollen den Weg der Verjüngung konsequent weitergehen und bei dieser WM die jetzige Struktur erhalten."

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