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Holger Glandorf (l.) war 2007 ein Endspielsieger gegen Polen © getty

Für die deutsche Auswahl geht es gegen Polen nicht nur um zwei Punkte, die Partie ist richtungsweisend fürs mögliche Halbfinale.

Von Jessica Pulter

München/Varazdin - "Ein Sieg gegen Polen ist der Schlüssel zu einer Sensation", weiß DSF-Experte und Sport1.de-Kolumnist Bob Hanning um die Bedeutung der letzten Vorrundenpartie der deutschen Nationalmannschaft.

Denn auch wenn beide Teams bereits für die Hauptrunde qualifiziert sind, das Spiel Deutschland gegen Polen (ab 17.15 Uhr LIVE) ist richtungsweisend auf den weiteren Verlauf der WM 2009 in Kroatien.

Es ist die Wiederauflage des Finals 2007, ein Spiel mit Vorgeschichte und aus polnischer Sicht der perfekte Zeitpunkt für eine Revanche.

Zwei Duelle bei der WM 2007

Zwei Jahre ist es her, da es zwischen den beiden Teams erstmals heftig brodelte. Bei der Endrunde in Deutschland gewannen die Polen in der Vorrunde gegen die DHB-Auswahl, doch im Endspiel gab es den Sieg und den Titel für die Mannen von Heiner Brand.

Polens Trainer Bogdan Wenta war von beiden Partien nicht sehr angetan und fühlte sich von den Unparteiischen ungerecht behandelt.

"Soll ich auf die Knie fallen?"

Noch ein paar Monate später war die Stimmung zwischen den Teams aufgeheizt von den Äußerungen des ehemaligen polnischen und deutschen Nationalspielers. Im Oktober 2007 kam es beim Supercup zu einem wahren Kampfspiel zwischen den europäischen Nachbarn, Holger Glandorf ging sogar blutend vom Platz.

Wenta blieb trotz der übertriebenen Härte des Spiels uneinsichtig: "Was soll ich noch machen? Soll ich vor den Deutschen auf die Knie fallen?" 57385(DIASHOW: Schlossbesuch der Handball-Könige)

Wegweisend fürs Halbfinale

Mittlerweile sollen die Animositäten aus der Welt geschafft worden sein, doch die Brisanz des Spiels könnte das Feuer wieder entfachen.

Beide Mannschaften haben zwar die Hauptrunde schon erreicht, doch der Sieger hat beste Aussichten auf das Erreichen des Halbfinals, denn die Punkte gegen die ebenfalls qualifizierten Gegner aus der Vorrunde werden mitgenommen. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Dieses Spiel entscheidet über das Halbfinale", ist sich auch Hanning sicher, der einen Einzug der deutschen Mannschaft in die Runde der letzten Vier als Sensation für eine Mannschaft im Umbruch sehen würde.

Individualität gegen Teamgeist

Die DHB-Auswahl geht mit dem Selbstvertrauen aus dem 33:23-Sieg (zum Spielbericht) gegen Mazedonien in die Partie, doch auch wenn Mazedonien Polen in ihrem Gruppenspiel schlagen konnte, ist das noch lange kein Freifahrtschein für die deutsche Mannschaft.

"Da trifft das individuelle Spiel der Polen auf den Teamgeist Deutschlands. Und ich hoffe, dass die Mannschaftsleistung letztlich entscheidend ist", meinte der Welthandballer 1998 Daniel Stephan im Gespräch mit Sport1.de.

Eine besonders heiße Atmosphäre

Gegen die Polen wird es auch darauf ankommen, die Verantwortung auf möglichst viele Schultern zu verteilen.

So kann auch ein schwacher Auftritt wie der von Pascal Hens gegen Mazedonien, bei dem der Hamburger lediglich ein Tor erzielte, aufgefangen werden.

"Wir müssen die Polen schlagen, damit wir eine realistische Chance in der Hauptrunde haben", erklärte Torwart Johannes Bitter, der die letzten Duelle mit dem Wenta-Team erlebt hat: "Wir müssen wieder Vollgas geben, denn gegen uns sind die Polen immer besonders heiß."

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