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Jubel auf kroatisch: Hamburgs Blazenko Lackovic (l.) und Supertalent Domagoj Duvnjak © getty

Nach der Vorrunde hat Gastgeber Kroatien eine makellose Bilanz. Nun steigt der Druck auf Balic, Vori und Co. ins Unermessliche.

Varazdin - Der Druck auf die kroatischen Handballer ist enorm, eine ganze Nation ist auf WM-Gold programmiert.

"Unser Ziel ist Gold. Silber geht gar nicht", sagte Rückraum-Ass Petar Metlicic.

Bisher hielt der Olympiasieger von 2004 den hohen Erwartungen stand.

Fünf Spiele, fünf Siege - die Bilanz nach der Vorrunde ist makellos. Dabei fieberte die Mehrzahl der 4,5 Millionen Kroaten mit.

Der übertragende TV-Sender "RTL Hrvatska" meldet Rekord-Einschaltquoten. Die Kneipen und Bars sind bei den Public-Viewing-Veranstaltungen voll besetzt, die Euphorie ist enorm.

"Die Begeisterung ist super. Es ist das größte Sport-Event, das unser Land je ausrichten durfte", meinte Verbandspräsident Sandi Sola.

Sechs neue Arenen

Dafür wurden im Vorfeld großen Anstrengungen unternommen. Sechs der sieben Hallen wurden neu erbaut.

Prunkstück ist die 15. 200 Zuschauer fassende Arena in der Hauptstadt Zagreb, wo sich die Kroaten am 1. Februar zum Weltmeister krönen wollen.

Auf dem Weg dorthin treffen sie bei der am Samstag beginnenden Hauptrunde auf Olympiasieger Frankreich, Ungarn und die Slowakei. Der Bau der Hallen war allerdings lange umstritten. Das Land plagen große wirtschaftliche Probleme.

Enttäuschung in Peking

Diese sollen während der WM aber ausgeblendet werden. Dafür soll die Mannschaft um Superstar Ivano Balic sorgen.

Wie groß die Bedeutung der Sportart ist, zeigte auch die Entscheidung für den genialen Spielmacher Balic als Fahnenträger bei Olympia 2008. Der vierte Platz in Peking war allerdings eine riesige Enttäuschung, die sich nicht wiederholen soll.

Cervar mit martialischen Worten

Daher fordert Trainer Lino Cervar mit markigen Worten: "Wir müssen eben noch mehr als sonst arbeiten. Wir müssen auf dem Spielfeld sterben, weil das unsere Hauptwaffe ist."

Der 58-Jährige ist seit sechs Jahren im Amt und führte das Team neben dem Olympiasieg 2004 in Athen auch zum WM-Titel 2003 und zur Vize-Europameisterschaft 2008.

Auf Titel programmiert

Der erhoffte WM-Triumph in diesem Jahr wurde dabei genau geplant.

Viele Stars wie Balic und Kreisläufer Igor Vori kehrten zu RK Croatia Zagreb in die Heimat zurück, um sich für die WM einzuspielen.

Denn die Kroaten sind gewarnt. Bei der EM 2000 im eigenen Land enttäuschten sie mit Rang sechs. Und eine auf den Titel programmierte Nation trauerte.

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