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Bald mit Elektronik ausgestattet: Die Spielbälle der IHF © imago

Die Schiedrichter stehen bei der WM im Fokus. Bald soll technische Hilfe geleistet werden. Die Headsets bewähren sich.

Zadar - Steinar Ege regte sich mächtig auf. Als Pascal Hens einen Unterarmwurf durch die Beine des norwegischen Handball-Torhüters feuerte, war Ege sicher, dass der Ball die Linie nicht überquert hatte.

Doch die slowenischen Schiedsrichter Nenad Krstic und Peter Ljubic entschieden auf Tor.

Künftig wird es bei Weltmeisterschaften zu solchen Diskussionen wohl nicht mehr kommen. Der Weltverband will einen elektronischen Ball einführen, der eindeutige Signale sendet.

"Das ist sinnvoll. Alles, was uns Entscheidungen abnimmt, ist hilfreich", sagte der Magdeburger Top-Schiedsrichter Frank Lemme. Mit seinem Partner Bernd Ullrich pfeift Lemme in Kroatien seine letzte WM.

"Es sollen jüngere Paare für Olympia 2012 in London aufgebaut werden. Das ist schon in Ordnung", so Lemme. Das deutsche Spitzenduo leitete unter anderem das WM-Finale 2005 und das olympische Endspiel in Peking.

"i-Ball": Probleme bei der Entwicklung

Da beim abschließenden Test des "intelligenten Balls" Probleme aufgetaucht waren, wurde die Einführung allerdings erst einmal verschoben. "Wenn es noch nicht hundertprozentig funktioniert, ist die Verschiebung sinnvoll", meinte Lemme.

Der neue Ball unterscheidet sich äußerlich nicht vom bisherigen Spielgerät. Kommunikationsdrähte sind in den Ball eingearbeitet, diese senden Signale an die Schiedsrichter. In nicht einmal einer Sekunde sollen die Unparteiischen dann wissen, ob der Ball im Tor war oder nicht.

Nach Problemen bei der Entwicklung soll der elektronische Ball bis Juni weiteren Härtetests unterzogen werden.

Headsets bewähren sich

Während der neue Ball also auf sich warten lässt, nutzen die Schiedsrichter bei der WM in Kroatien erstmals Headsets. Die beiden Referees und ein Offizieller sind miteinander verbunden. "Man macht sich über Funk auf gewisse Dinge aufmerksam. Das ist früher über Handzeichen abgelaufen", erklärte Lemme.

Der Offizielle zählt dabei auch vor der Halbzeitpause und vor der Schlusssirene die letzten zehn Sekunden für die Schiedsrichter hörbar runter.

"Dann können wir uns besser auf das Spiel konzentrieren und wissen, dass gleich die Sirene kommt", meinte Lemme.

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