Der fünfte Platz der Deutschen bei der WM ist unter den gegebenen Umständen ein Erfolg. An einigen Ecken hakt es jedoch.

Titelverteidiger Deutschland hat die Weltmeisterschaft in Kroatien auf Platz fünf beendet. Dieses Ergebnis ist unter den gegebenen Umständen als Erfolg zu werten.

Immerhin verpasste das Team von Heiner Brand das Halbfinale nur knapp und unglücklich, dort stehen mit Frankreich, Kroatien, Dänemark und den individuell stark besetzen Polen absolute Top-Mannschaften.

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Die Struktur des deutschen Teams, das über lange Jahre von denselben Gesichtern geprägt wurde, befindet sich mitten im Umbruch, dessen Fernziel Olympia 2012 in London lautet.

Junge, vielversprechende Spieler wie Martin Strobel, Michael Müller und Silvio Heinevetter betraten die internationale Bühne und sammelten wichtige Erfahrungen.

Beeindruckend war auch die Fähigkeit des Teams, die zahlreichen Rückschläge wegzustecken. Die Verletzungen von Michael Kraus und Pascal Hens sowie die unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen hätten eine solch junge Mannschaft durchaus aus der Bahn werfen können.

Auch wenn es ein hässliches Wort ist: Die WM 2009 muss vom DHB als Durchgangsstation gesehen werden. Das heißt nicht, dass man ohne Ambitionen antritt, wohl aber, dass man dem Erfolg nicht alles unterordnet.

Und unter diesem Gesichtspunkt hat der Trainerstab um Brand und Martin Heuberger einen starken Job gemacht und dabei mutige Personalentscheidungen getroffen.

Die Spieler dankten es ihnen größtenteils: Leistungssschwankungen, wie sie bei unerfahrenen Spielern normal sind, wurden durch Herz und Einsatz wieder wettgemacht.

Lediglich an der Außendarstellung haperte es in Kroatien teilweise doch ein wenig. Die Betrugsvorwürfe gegen die Schiedsrichterzunft waren schlicht übertrieben, von der Bank kam der eine oder andere unnötige Kommentar und damit vermeidbare Zeitstrafen.

Und dass das Team in der Hauptrunde keinen seiner drei Matchbälle nutzen konnte, zeigt, dass es an einigen Stellen eben doch noch ein Stück von der absoluten Weltspitze entfernt ist, vor allem in punkto Cleverness.

Davon abgesehen muss man - auch angesichts der erneut in Deutschland entfachten Euphorie - sagen: Glückwunsch, Mission erfüllt.

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