Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat im Streit um manipulierte Dopingproben in der Frauen-Bundesliga den Chef der Nationalen Anti-Dopingagentur (NADA), Achim Baumert, scharf kritisiert. "Es ist merkwürdig, wenn für den NADA-Vorsitzenden die Straftat einer Angestellten einer unabhängigen Dritt-Firma der "Worst Case", also der schlimmste Fall, ist und nicht ein gedopter Athlet", sagte DHB-Vizepräsident Heinz Winden im Interview mit der Fachzeitschrift "Handballwoche".

"Baumert war ein guter Weitspringer, aber er ist kein Brückenbauer zwischen den Verbänden", erklärte Winden weiter. Winden vermutet zudem, Baumert habe mit seinen Äußerungen, der DHB sei "in der Bredouille gekommen", die Gunst der Stunde nutzen wollen, um die "Verbände in die krude Geschäftspolitik der NADA-Führung zu pressen."

Im Januar war eine freie Mitarbeiterin der mit der Entnahme der Dopingproben betrauten Firma Serco nicht zu den Spielen gefahren, um Urinproben zu entnehmen, sondern hatte gefälschte Abnahmeprotokolle angefertigt und dabei auch Unterschriften von Spielerinnen und Betreuern gefälscht. "Hier ist ein Verband in die Bredouille geraten, weil er sich selbst Partner aus der privaten Wirtschaft gesucht hat. Für den DHB ist es der Worst Case", hatte Baumert daraufhin erklärt.

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