Ein "Maulkorb" für Spieler und Offizielle beim Thema Schiedsrichterschelte in der Fußball-Bundesliga - Frank Bohmann, Geschäftsführer der Toyota HBL, hält das nach dem Selbstmordversuch von Babak Rafati durchaus für möglich.

"Ich kenne die Hintergründe dieser Geschichte nicht, aber wenn der Druck eine Rolle gespielt hat, kann das eine Lösung sein", sagte Bohman.

Die HBL verbietet ihren Spielern, Trainern und Offiziellen seit Beginn dieser Saison in den 48 Stunden nach einem Spiel jeglichen Kommentar zur Schiedsrichterleistung. Wer sich trotzdem äußert, dem droht eine Geldstrafe bis zu 5000 Euro.

"Ein Verbot, sich direkt nach einem Spiel zu äußern, kann vieles kanalisieren", sagte Bohmann: "Im Handball hat sich dieser Schritt durchaus bewährt. Es wird nicht mehr so emotional reagiert."

Bohmann machte deutlich, dass es nicht darum gehe, überhaupt keine Kritik zu äußern, sie müsse aber "konstruktiv und im Rahmen sein", was mit ein bisschen Abstand leichter falle.

Der Toyota-HBL-Chef fordert zudem ein Umdenken der Spieler und Offiziellen im Fußball, "die sich mitunter furchtbar verhalten und ihrem Ruf als Vorbilder nicht gerecht werden". Schiedsrichter zum Teil persönlich anzugreifen, sei definitiv der falsche Weg.

"Fehler werden von allen Seiten gemacht, und Emotionen gehören dazu. Aber es gibt auch eine Grenze", sagte Bohmann.

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