Der Traditionsklub TBV Lemgo, Deutscher Meister von 1997 und 2003, ist offenbar nur knapp dem finanziellen Ruin entgangen.
"Der Verein stand kurzzeitig mit dem Rücken zur Wand", erklärte der TBV-Beiratsvorsitzende Siegfried Haverkamp am Freitag auf der Vereinshomepage.
Nach dem Rückzug des bisherigen Hauptsponsors (Heristo AG) sah der Verein die wirtschaftliche Zukunft durch neue Sponsoringverträge zwar zunächst als gesichert an. Durch einen "Forderungsausfall" sei der TBV Lemgo dann jedoch in eine "sehr kritische Situation" geraten, wie es in einer Erklärung heißt.
Kurzum: Weil Zahlungsvereinbarungen nicht eingehalten wurden, stand der Klub offensichtlich vor dem Aus. "Dahinter verbirgt sich eine Räuberpistole, wie man sie üblicherweise nur aus Fabeln kennt", zitiert die "Lippische Landes-Zeitung" Haverkamp.
Bei einem Gesamtetat von fünf Millionen Euro soll sich ein Loch von einer Million Euro aufgetan haben. "Die Probleme kamen unmittelbar vor Beginn der Vorbereitungsphase, in der wir keine negativen Einflüsse auf den Spielbetrieb gebrauchen konnten", so Haverkamp.
Einer neuer, kurzfristig eingesprungener Hauptsponsor sorgte nun für die Rettung: Die itelligence AG ziert künftig das in den ersten Vorbereitungsspielen noch blanke Trikot des TBV. Zudem engagierten sich zahlreiche kleinere Unternehmen.
"Dank der großzügigen Unterstützung durch lippische Unternehmen sowie kommunaler Organisationen wurde das aufgetretene Leck gestopft", heißt es auf der TBV-Homepage. Auch die Mannschaft hat sich mit Kompromissen bei den Gehältern an der Rettungsaktion beteiligt, zudem verzichtete der Kreis Lippe offenbar auf 220.000 Euro Hallenmiete.
Die Geschäftsführung des TBV war für ein Statement am Freitag zunächst nicht zu erreichen.
