Im Wettskandal um den französischen Spitzenklub Montpellier HB gibt es nun erste Teilgeständnisse der Spieler.
Nachdem Nikola Karabatic und Co. am Sonntag von der Polizei zur Befragung festgenommen wurden, gaben sie nun zu, tatsächlich gewettet zu haben. Dass sie das Spiel allerdings absichtlich verloren haben, wollte bisher niemand bestätigen.
"Ihre sportlichen Werte verbieten es Ihnen zu wetten. Sie haben es getan, es war ein Fehler, sie werden sich dazu erklären", sagte Spieleranwalt Jean-Yves Lienard : "Sie haben auf keinen Fall das Spiel hergeschenkt."
Nun drohen ihnen auch Strafen von Verbandsseite, da die Statuten den Spielern das Wetten verbieten.
Montpelliers Trainer Patrice Canayer reagierte geschockt auf die Vorwürfe. "Die kommenden Wochen drohen schwierig für uns zu werden" sagte Canayer: "Seit einigen Tagen graut mir vor jeder neuen Stunde. Ich fürchte mich auch vor den kommenden Stunden, vor morgen, übermorgen und den dann folgenden Tagen."
Spieler des Vereins sollen am 12. Mai im Auswärtsspiel beim abstiegsgefährdeten Klub Cesson Rennes mit Wetten auf einen Halbzeitrückstand hohe Wettgelder kassiert haben.
Mit einem Einsatz von 5.000 Euro sollen 200.000 Euro Gewinn gemacht worden sein. Am vergangenen Mittwoch war bekannt geworden, dass gegen den Klub ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.
Die Wetteinsätze sollen über die Ehefrauen beziehungsweise Freundinnen in drei Wettbüros in Paris, Großbritannien und in der Nähe von Montpellier getätigt worden sein. Rennes lag zur Halbzeit mit 15:12 vorn. Mit dem 31:28-Sieg sicherten sich die Bretonen dann auch den Klassenerhalt.
Der französische Wettanbieter Francaise de Jeux (FDJ) hatte die auffällig hohen Wetteinsätze registriert und diesen Vorgang gemeldet. Montpellier war in Rennes ohne seine Nationalspieler angetreten. Die Vereinsverantwortlichen von Montpellier haben die Anschuldigungen bisher von sich gewiesen.
