Die Kritik am überfüllten Termin-Kalender der Spitzenhandballer wird immer lauter: Nun hat Nationalspieler Uwe Gensheimer sogar Gedanken an eventuelle Streiks geäußert, um den Forderungen der Spieler und Vereine endlich nachzukommen.

"In Nordamerika gibt es im Profisport das Prinzip des Lockouts (Aussperrung oder Streik). Abgewandelt könnte das helfen, Forderungen der Spieler durchzusetzen», sagte der "Gensel" der "Handballwoche".

Und fügte an: "In Deutschland gibt es einen Anfang, wir haben eine Spielergewerkschaft gegründet. Um den internationalen Terminkalender zu entzerren, müssen allerdings die Spieler aller großen Ligen an einem Strang ziehen."

Der Präsident der DKB Handball-Bundesliga, Reiner Witte, macht vor allem die internationalen Verbände EHF und IHF für den Terminwahn verantwortlich.

"Zwei Europameisterschaften, zwei Weltmeisterschaften und dann noch Olympische Sommerspiele! Das ganze Wahnsinnsprogramm innerhalb von vier Jahren. Um dem ganzen Terminwahn die Krone aufzusetzen, planen die Verbände jetzt noch europäische Olympische Spiele. Das wäre dann die sechste Großveranstaltung innerhalb eines olympischen Zyklus. Völlig inakzeptabel", erklärte Witte.

Eine Verkleinerung der Liga schließt der 57-Jährige dementsprechend aus.

"Das würde insbesondere die Teams treffen, die nicht für Europapokalwettbewerbe qualifiziert sind. Diese Clubs finanzieren sich zu einem nicht unerheblichen Teil über die Zuschauereinnahmen", sagte Witte: "Ich fürchte, wenn wir mit der Reduzierung, beispielsweise auf 16 Teams, Spieltermine freimachen, werden die internationalen Verbände diese sofort neu besetzen. EHF und IHF schaffen mehr statt weniger Termine. Das unterstreicht auch die aktuelle Entwicklung."