Der designierte neue DHB-Präsident Bernhard Bauer hat in einem Interview mit dem Sportradio SPORT1.fm die Versäumnisse der Vergangenheit kritisiert.

"Ich glaube, dass man viele Hausaufgaben machen muss. Und wenn man viele Hausaufgaben machen muss, ist es auch ein Zeichen, dass vieles brach lag. Aus meiner Sicht hat man den Umbruch in der Nationalmannschaft viel zu spät eingeleitet", sagte der 62-Jährige ein Tag vor seiner Wahl.

Auch die frühkindliche Förderung junger Talente kommt nach Meinung des ehemaligen Bundesliga-Spielers zu kurz.

"Es gibt ein ganz großes Feld, in dem meines Erachtens zu wenig passiert ist - das Feld der Schule, der Lehrerausbildung und der Hochschulen. Wir kommen als Handball in den Schulen viel zu wenig vor. Wir müssen dort viel mehr tun, um die Kinder zum Handball zu bringen", fordert er für die Zukunft.

Die Auffassung des DHB-Managers und früheren Nationaltrainers Heiner Brand, der seit Jahren immer wieder eine Quote deutscher Spieler in der Bundesliga fordert, teilt Bauer nicht ausnahmslos.

Vielmehr müsse man seiner Meinung nach versuchen, von den anderen Nationen zu lernen.

"Ich bin etwas skeptisch mit Quoten. Ich habe irgendwo etwas von Seidenberg gelesen, der ja ein internationaler Eishockey-Star ist. Er kann diese Diskussion im Eishockey nicht verstehen, weil er gesagt hat: 'Ich habe immer von international hervorragenden Spielern bei uns gelernt.' Genau das meine ich. Wir haben die Chance, die international besten Spieler hier zu sehen. Was macht zum Beispiel einen Filip Jicha aus", führt er seine Überlegungen aus.

"Das Athletiktraining, das Koordinationstraining und das individuelle Training ist in Frankreich viel früher eingeführt worden. Das gilt auch für viele andere Nationen. Da haben wir noch Nachholbedarf", so Bauer weiter.

Er räumte außerdem ein, dass die Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger nicht immer einfach war.

"Uli Strombach ist auch durchaus jemand, der Ecken und Kanten hat. Ich habe immer meine Meinung gesagt als ich im erweiterten Präsidium gesessen bin", schildert er die teilweise schwierige Kommunikation.

Trotzdem habe man sich trotz unterschiedlicher Auffassungen stets auf eine Lösung einigen können. "Wir haben am Ende immer irgendwie zusammengefunden."

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