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Christopher Wesley (l.) läuft in der Bundesliga für Nürnberg auf © imago

In einer dramatischen Schlussphase holt die deutsche Auswahl einen Zwei-Tore-Rückstand auf und wahrt die Chance aufs EM-Halbfinale.

Amsterdam/Hamburg - Nach einer dramatischen Aufholjagd in der Schlussphase haben die deutschen Hockeyherren (zum Kader der Herren) mit einem 4:4 (1:1) im zweiten Vorrundenspiel gegen England einen großen Schritt in Richtung Halbfinale der Europameisterschaft in Amsterdam gemacht.

Christopher Wesley aus Nürnberg sicherte mit seinem Treffer 90 Sekunden vor Schluss einen ganz wichtigen Punkt gegen die starken Briten.

Um ganz sicher den Damen in die Vorschlussrunde zu folgen, muss die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise im abschließenden Spiel am Mittwoch gegen Punktelieferant Österreich gewinnen.

"Das einzig Positive an diesem Spiel war, dass wir das Ergebnis gemacht haben", sagte nach dem Nervenkrimi Bundestrainer Weise, "wir machen einfach nicht das, was wir abgesprochen haben. Hoffentlich können wir das jetzt mal abstellen."

Momentan auf Rang zwei

Mit vier Punkten liegt der Weltmeister und Olympiasieger nun auf Platz zwei hinter den punktgleichen Engländern und vor Belgien (drei). Österreich hat noch keinen Zähler. (Moritz Fürste bei Sport1.de: "Unser Anspruch ist der Titel")

Gegen die unangenehmen Briten konnte das junge deutsche Team eine 2:1-Führung durch die Tore des Kölners Christopher Zeller (32. ) und den Siebenmeter von Moritz Fürste aus Hamburg (36.) nicht behaupten.

Barry Middleton (40., 43.) und Ian McKay (52.) nutzten in der zweiten Halbzeit die Schwächen in der deutschen Defensive gnadenlos aus.

Ashley Jackson (4.) hatte die Engländer bereits früh in Führung geschossen. Zeller leitete mit seinem zweiten Treffer (59.) dann aber noch das Happy End ein.

"Glückliches" Remis

"Am Ende war es sehr glücklich", sagte Olympiasieger Jan-Marco Montag, "wir haben uns einfach zu viele Fehler erlaubt."

Das deutsche Team hatte wie bereits beim 3:2-Auftaktsieg am Sonntag gegen Belgien Probleme in der Anfangsphase.

"Wir haben ähnlich wie gegen die Belgier agiert und uns das Leben dadurch sehr schwer gemacht", kritisierte Weise.

Fair hält glänzend

Die Engländer spielten aggressives Pressing und ließen den Olympiasieger damit kaum ins Spiel kommen.

Die zweite Torchance konnten die Briten bereits zur Führung nutzen. Erst der Rückstand war wie ein Weckruf für das deutsche Team, das nun besser organisiert spielte, aber zunächst die Durchschlagkraft im Angriff vermissen ließ.

Auch drei Strafecken konnte Deutschland in der ersten Halbzeit nicht nutzen. Der britische Torwart James Fair reagierte dabei großartig.

Zeller zum Ausgleich

Erst drei Minuten vor der Halbzeitsirene fiel dann der mittlerweile verdiente Ausgleich, als Starstürmer Christopher Zeller zu seinem ersten Turniertreffer einlochte.

Der Kölner fälschte mit der Rückhand einen Pass von Matthias Witthaus unhaltbar ins Tor ab.

Nach der Pause überraschte Deutschland die Briten dann mit einem Blitzstart. Nach einem Pass von Witthaus stand Christopher Zeller allein vor dem Tor und konnte nur mit einem Foul gestoppt werden.

Den fälligen Siebenmeter verwandelte Fürste wie bereits im Match gegen Belgien ganz sicher.

"Geben nie auf"

Das brachte aber keinesfalls Sicherheit. Die Engländer erhöhten den Druck und nutzen Unachtsamkeiten in der deutschen Defensive aus.

Erst ein schwerer Fehler von Torwart Fair ermöglichte Zeller den Anschlusstreffer und leitete die deutsche Schlussoffensive ein.

"Gott sei Dank haben wir noch den Ausgleich gemacht", sagte Montag, "aber das kennt man ja von uns, wir geben bis zum Schluss nie auf."

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