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Christopher Zeller gab sein Länderspiel-Debüt im März 2003 © getty

Das Münchner Duo führt Deutschland nach einer schwachen Vorstellung im letzten EM-Gruppenspiel gegen Österreich zum 3:1-Sieg.

Amsterdam - Die deutschen Hockey-Herren sind im bedeutungslosen letzten Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft beim 3:1 (1:0)-Erfolg nach einer ganz schwachen Leistung gegen Aufsteiger Österreich nur knapp einer peinlichen Blamage entgangen.

Benjamin Weß (27.), Top-Torjäger Christopher Zeller (60.) und sein Bruder Philipp (61.) schossen die Tore für den Weltmeister und Olympiasieger, dessen Halbfinaleinzug bereits vor der Partie feststand.

Für Aufsteiger Österreich war Peter Proksch in der 44. Minute erfolgreich.

Halbfinale gegen Spanien

Im Halbfinale am Freitag kommt es nun zu einer Neuauflage des olympischen Endspiels von Peking gegen Spanien.

In der bislang in Amsterdam gezeigten Form ist das verjüngte Team von Bundestrainer Markus Weise gegen die starken Iberer, die in ihrem Gruppenspiel Gastgeber Niederlande mit 3:0 bezwingen konnten, allerdings chancenlos.

Das andere Vorschlussrundenspiel bestreiten Titelverteidiger Niederlande und England.

"Ich bin ratlos"

Nach dem Schlusspfiff saßen die deutschen Spieler minutenlang schweigend auf der Ersatzbank . (Moritz Fürste bei Sport1.de: "Unser Anspruch ist der Titel")

"Ich bin ratlos über diese Leistung", sagte Bundestrainer Markus Weise, der dann das einzig Positive ansprach:

"Unsere Aufgabe war es, durch den Halbfinaleinzug die Qualifikation für die WM 2010 zu erreichen. Diese Pflicht haben wir erfüllt." (Der deutsche Kader)

11:0-Sieg wäre nötig gewesen

Vor der Partie gegen die Österreicher, die vom Berliner Frank Hänel trainiert werden, waren in der Gruppe A im Prinzip schon alle Entscheidungen gefallen.

Durch den 8:2-Kantersieg der Engländer zuvor gegen Belgien stand das deutsche Teams bereits sicher im Halbfinale, um die punktgleichen Briten allerdings noch von Platz eins zu verdrängen, wäre ein 11:0-Sieg gegen die Österreicher nötig gewesen.

"Das war schon eine schwierige Ausgangslage, es war von der Motivation her schwer", meinte Verteidiger Benjamin Weß, stellte aber auch fest: "Solch ein Auftritt im Halbfinale wäre überhaupt nicht gut."

Pomadiger Auftritt

Die deutsche Mannschaft ließ es in der Partie eher gemächlich angehen. Der Auftritt des Olympiasiegers wirkte auf einige Beobachter pomadig und ohne den letzten Einsatz.

"Einige Spieler haben eine Körpersprache wie ein Waschlappen", meinte der Bundestrainer Wissenschaft, Ulrich Forstner, in der Pause auf der Tribüne. Trainer Weise schaute mit zunehmender Spieldauer immer missmutiger drein.

Die abschließende Partie war der bisherige Tiefpunkt in dem Turnier, in dem seine Spieler ihre Form noch nicht gefunden haben.

Zwischenzeitlicher Ausgleich

"Wir haben bislang nicht so recht reingefunden", sagte Weise, "es ist überhaupt noch nicht gut gelaufen."

Im zweiten Durchgang ließ sein Team zwischenzeitlich sogar den Ausgleich für die Österreicher zu, die in der Weltrangliste nur an Position 22 geführt werden und erstmals an einer Europamneisterschaft teilnehmen.

Erst Zellers drittes Turniertor nach einer Strafecke zehn Minuten vor Schluss brach endgültig den Widerstand der Außenseiter.

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