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Maike Stöckel und Co. blieb ein Überraschungscoup verwehrt © getty

Im Endspiel gegen Holland steht das Behrmann-Team trotz starker Leistung mit leeren Händen da. Die Entscheidung fällt spät.

Amsterdam - Sie haben einen großen Kampf geliefert, ein erneuter Überraschungscoup blieb ihnen aber verwehrt.

Die deutschen Die Hockey-Damen verloren das Endspiel bei der Europameisterschaft in Amsterdam gegen Gastgeber Niederlande trotz einer starken Leistung knapp mit 2:3 (2:2).

Die Mannschaft von Bundestrainer Michael Behrmann verpasste damit, ihren Titel von 2007 zu verteidigen, als sie im Finale in Manchester mit 2:0 gegen die Holländerinnen triumphierte.

Die Tore von Maike Stöckel (11.) und Nina Hasselmann (30.) reichten nicht zum zweiten Titelgewinn bei einer EM.

Siebter Titel für Holland

Für die von knapp 9000 Fans gefeierten Niederländerinnen trafen Lidewijk Welten (20.) und zweimal Marilyn Agliotti (25., 64.).

Das Frauenteam der "Oranjes" hat damit bereits den siebten Titel bei den neun bislang ausgetragenen Europameisterschaften gewonnen. Deutschland belegte zum viertenmal den zweiten Platz.

"Wir sind total enttäuscht, ich hätte nicht gedacht, dass es so eng wird", sagte Verteidigerin Julia Müller, die mit ihrer Partnerin Tina Bachmann eine erstklassige Leistung zeigte. "Wir haben gut dagegengehalten, leider hat es nicht gereicht."

England wird Dritter

Platz drei belegte England, das im kleinen Finale Spanien mit 2:1 (1:0) bezwang. Alle vier Halbfinalisten haben sich direkt für die Weltmeisterschaft 2010 in Rosario/Argentinien qualifiziert.

Die deutsche Mannschaft, die sich nach der Partie mit einer Ehrenrunde bei ihren Anhängern bedankte, hat damit ihr Hauptziel für die EM erreicht. (zum Kader der Damen)

"Ich bin stolz darauf, wie wir gespielt haben", sagte Bundestrainer Behrmann nach der Partie, in der seine Spielerinnen dem Weltmeister und Olympiasieger viel mehr Sorgen als erwartet bereitete.

"Genickbruch" aus dem Gewühl

"Wir waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft und hätten sogar in Führung gehen können", sagte Behrmann.

Der entscheidende Treffer sechs Minuten vor dem Ende fiel allerdings unglücklich aus dem Gewühl heraus.

Die starke Torfrau Yvonne Frank hatte eigentlich schon geklärt, irgendwie kam der Ball aber trotzdem zu Agliotti, die nur abstaubte.

"Dieser Treffer fiel wirklich unglücklich", meinte Behrmann, "der Ball ist in den Torwartschienen hängen geblieben."

Königsfamilie schaut zu

Vor den Augen von Kronprinz Willem Alexander und Prinzessin Maxima hatten die Gastgeberinnen zwar bereits nach 20 Sekunden die erste Torchance, die Yvonne Frank jedoch sicher parierte.

Danach aber neutralisierte die starke deutsche Abwehr die gegnerischen Angriffsbemühungen.

Schon in der achten Minute hatte Spielführerin Fanny Rinne mit der ersten Strafecke eine gute Chance, die Torfrau Fleur Engels aber vereitelte.

Zwei Minuten später war Hollands Nummer eins dann gegen den Vorhandschuss von Maike Stöckel aber chancenlos.

Erstmaliger "Oranje"-Rückstand

Die Niederlande reagierten mit wütenden Angriffen auf ihren ersten Rückstand im Turnier. Bei den holländischen Toren in der ersten Hälfte verlor die sonst so sichere deutsche Innenverteidigung jeweils für kurze Augenblicke im Gewühl die Übersicht.

Nach dem Rückstand aber drehten wieder Behrmanns Spielerinnen auf.

Nach einer Serie von drei Strafecken nutzte Hasselmann schließlich nach einer Variante die Vorarbeit von Natascha Keller und Julia Müller.

Große Chance per Strafecke

Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Niederlande optisch mehr Spielanteile, die deutsche Deckung stand aber weiterhin sicher und ließ keine Strafecke zu.

Die Chance zur eigenen Führung vergab das Team sieben Minuten vor dem Ende, als es eine weitere Strafecke nicht nutzen konnte.

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