vergrößernverkleinern
Jan-Marco Montag wechselte 2008 vom Gladbacher HTC nach Hertogenbosch in die Niederlande © getty

Nichts ist's mit dem noch nie dagewesenen Dreifach-Triumph: Im EM-Finale gegen England streicht das Team überraschend die Segel.

Amsterdam - Der Traum vom historischen Titel-Triple ist geplatzt. Die deutschen Hockeyherren unterlagen im Finale der Europameisterschaft in Amsterdam England mit 3:5 (3:2) und mussten sich damit wie am Samstag die Damen mit der Silbermedaille zufriedengeben.

Bei einem Sieg wäre sie als erste Herrenmannschaft in der Hockeygeschichte gleichzeitig Olympiasieger, Welt- und Europameister gewesen. England gewann seinen ersten EM-Titel überhaupt.

Die Damen zogen am Tag zuvor mit 2:3 (2:2) gegen die Niederlande den Kürzeren.

"Wir haben nicht unverdient verloren"

Die Tore von Christopher Zeller (10., 26.) und Jan-Marco Montag (31.) genügten der jungen und teilweise unerfahrenen deutschen Mannschaft nicht zum Sieg.

Ashley Jackson (9., 62. /Siebenmeter), Barry Middleton (14.) und Richard Mantell mit einem Strafecken-Doppelschlag (54., 57.) trafen für die Briten, die ihren ersten EM-Titel anschließend euphorisch feierten.

"Wir haben nicht unverdient verloren, weil wir die Chance verpasst haben, für eine Vorentscheidung zu sorgen", sagte Bundestrainer Markus Weise, "die Engländer haben dagegen alles reingemacht, was wir zugelassen haben. Letztlich hilft uns diese Niederlage mit der jungen Mannschaft vielleicht sogar weiter."

Besserer Start für die Engländer

Torwart Max Weinhold meinte: "Natürlich sind wir sehr enttäuscht. Wir hatten das Spiel eigentlich schon im Griff, haben dann aber zu viele technische Fehler gemacht."

Dem deutschen Team war zu Beginn die Nervosität in dem Endspiel vor 9000 Zuschauern anzumerken. England kam wesentlich besser ins Spiel und setzte die deutsche Hintermannschaft früh unter Druck.

Damen mit starker Leistung

Dem 1:2 ging zudem ein gravierender Fehler von Torwart Max Weinhold voraus. Erst nach dem 2:2 war das deutsche Team zwischenzeitlich Herr im Haus, verpasste aber das mögliche vierte Tor nach der Pause durch zwei vergebene Strafecken. Nach Mantells Doppelschlag war die Partie dann entschieden.

Nach der langen Feier mit Freunden und Verwandten im Musik-Pub 1860 nahe dem Stadion sahen sich einige der deutschen Damen das Männerendspiel mit auffällig kleinen Augen an.

Das Team lieferte im Finale gegen den haushohen Favoriten aus den Niederlanden am Samstag eine Leistung ab, die nur wenige erwartet hätten.

Das große Ziel ist Olympia

Für beide Teams war die Europameisterschaft allerdings nur eine Durchgangsstation zu größeren Zielen.

Zunächst folgt 2010 die Weltmeisterschaft. Die Qualifikation für die Titelkämpfe bei den Männern in Neu Delhi im März und den Frauen im September war das Minimalziel, das bereits mit der Halbfinalteilnahme erreicht wurde.

Der Blick geht aber vor allem Richtung Olympia 2012 in London.

"Die Jungen können viel lernen"

Acht Spieler, die erst 23 Jahre oder jünger sind, hatte Weise bereits in seinem. (der EM-Kader)

Deren Erfahrung in einer Drucksituation in einem großen Finale jetzt schon könnte in Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert sein.

"Es ist ganz wichtig im Hinblick auf die kommenden großen Turniere, jetzt schon Hop- oder Top-Spiele zu haben", sagte Stürmerstar Zeller, "die Jungen können sehr viel daraus lernen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel