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Das deutsche Herren-Team wird seit 2006 von Markus Weise trainiert © imago

Nach dem Stolper-Start gegen Südkorea feiert das Weise-Team in Neu Delhi den höchsten WM-Erfolg seit über drei Jahrzehnten.

Neu Delhi - Pflichtsieg eingefahren, Selbstvertrauen getankt und die nächste Hürde auf dem Weg ins angestrebte Halbfinale geschafft:

Zwei Tage nach dem 2:2 im Auftaktmatch gegen Südkorea hat Olympiasieger Deutschland bei der Hockey-WM im indischen Neu Delhi Außenseiter Kanada mit 6:0 (4:0) bezwungen und darf weiter vom dritten Titelgewinn in Folge träumen.

Bei tropischen Temperaturen um 30 Grad Celsius war der höchste deutsche WM-Erfolg seit 32 Jahren nie ernsthaft gefährdet.

Manchmal fehlte Gnadenlosigkeit

"Wir hatten die meiste Zeit die Spielkontrolle. Allerdings haben wir für einen Moment die Spannung, Konzentration und Struktur etwas vermissen lassen. Zum Glück haben wir unseren Rhythmus aber wiedergefunden", sagte Bundestrainer Markus Weise.

Der Kölner Benjamin Weß, der die Deutschen bereits nach drei Minuten in Führung gebracht hatte, ergänzte: "Wir haben konzentriert gespielt. Manchmal haben wir es aber an der Gnadenlosigkeit vermissen lassen, die wir in den kommenden Spielen brauchen."

Nur kurze Schwächephase

Nach dem frühen 1:0 durch Weß hatten dessen Klubkollege Jan-Marco Montag (21.) sowie Kapitän Maximilian Müller vom Nürnberger HTC (23.) und der Berliner Martin Häner (28.) noch vor der Pause für klare Verhältnisse gesorgt.

Florian Fuchs machte den Sixpack mit einem Doppelschlag (58. und 64.) schließlich perfekt. Mit drei Treffern ist der Hamburger der bisher erfolgreichste deutsche Schütze des Turniers.

Erwartungsgemäß hatte die DHB-Auswahl, in der der angeschlagene Stammkeeper Max Weinhold (Rot-Weiß Köln) wegen Knieproblemen passen musste und von Tim Jessulat (Club an der Alster) vertreten wurde, die Partie über weite Strecken souverän im Griff.

Nur im zweiten Abschnitt leistete man sich eine kurze Schwächephase.

"Jetzt wird es von Spiel zu Spiel härter"

Weise hatte nach der Auftaktpartie gegen Südkorea besonders die Eckenausbeute bemängelt und konnte gegen die Kanadier, die ihre höchste WM-Niederlage der Geschichte kassierten, Fortschritte erkennen.

So resultierten drei der sechs Treffer aus Strafecken. Die Nordamerikaner konnten dem deutschen Angriff nur wenig entgegensetzen und wurden erst mit zunehmender Spieldauer etwas mutiger.

"Ich bin zufrieden, dass wir kein Gegentor gefangen haben. In unserer Gruppe kann es am Ende auch auf das Torverhältnis ankommen. Jetzt wird es von Spiel zu Spiel härter", sagte Weise.

Plan ist aufgegangen

Für Kapitän Müller war vor allem die frühe Führung entscheidend. "Das war sehr wichtig. Wir brauchten diese drei Punkte. Unser Plan ist aufgegangen", sagte der Nürnberger.

In ihrem dritten Vorrundenspiel treffen die Deutschen am Freitag (ab 16.05 Uhr/ alle Spiele LIVE auf dsf.de) auf Argentinien.

Am Sonntag folgt das Duell mit dem Erzrivalen Niederlande (16.05 Uhr), bevor am Dienstag zum Abschluss der Gruppenphase Neuseeland (12.05 Uhr) wartet.

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