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Das deutsche Team bejubelt den Kantersieg gegen Kanada © imago

Aus Angst vor Erregern achten die deutschen Herren während der WM in Indien penibelst auf ihre Ernähurng. Magengrummeln gibt's dennoch.

Neu Delhi - Cocktails am Morgen, geschlosseen Lippen beim Duschen - und bei Obst grundsätzlich alle Erreger abtöten:

Die deutschen Hockey-Herren müssen bei der Weltmeisterschaft in Indien strenge Ernährungsvorschriften und Verhaltensweisen befolgen. "Eis, Salat und offene Getränke sind tabu", sagt Dr. Dietmar Alf.

Außerdem achtet der Mannschaftsarzt streng darauf, dass sich alle vor jedem Essen die Hände desinfizieren und sich nicht einfach mal ein Stück Obst in den Mund schieben:

"Wenn ein Spieler eine Orange essen möchte, muss er die Schale von Keimen befreien, damit diese nicht an das Fruchtfleisch gelangen können."

"Zähneputzen ausschließlich mit Trinkwasser"

Zu den weiteren Regeln gehört das Zähneputzen ausschließlich mit Trinkwasser. "Und beim Duschen heißt es Mund zu, damit wir kein Wasser schlucken", sagt Mittelfeldspieler Benjamin Weß.

Schon lange im Vorfeld der WM war Alf mit dem Thema Ernährung beschäftigt, nachdem er auf einer Reise nach Neu Delhi festgestellt hatte, dass das indische Brot viel zu wenig Kohlenhydrate enthält.

Nach intensivem Suchen fand sich in der indischen Millionen-Metropole ein deutscher Bäcker, der die Mannschaft nun täglich mit Körnerbrot versorgt. Die deutsche Botschaft schickte dem Team außerdem zur Begrüßung eine große Ladung Nougatcreme fürs Frühstück.

Blut-Werte täglich kontrolliert

Um genau zu wissen, welche Vitamine und Mineralstoffe jeder einzelne Spieler gerade braucht, kontrolliert der Mannschaftsarzt täglich die Blutwerte und mixt dann diverse Pulver ins Trinkwasser.

"So kann ich jedem seinen ganz persönlichen Cocktail zum Frühstück reichen", sagt Alf: "Dafür stehe ich jeden Tag extra eine halbe Stunde früher auf."

Weil es im Hockey nicht üblich ist, einen eigenen Koch mit auf Reisen zu nehmen, hat sich die Küche im Mannschaftshotel auf die Wünsche und Anforderungen des Teams eingestellt.

Es gibt täglich Nudeln in den verschiedensten Formen, außerdem Steaks, aber auch indische Kost.

"Das Essen ist okay"

"Die ist sehr lecker und zum Glück nicht ganz so scharf", sagt Benjamin Weß, der aber auch gerne mal eine Lasagne isst.

"Das Essen im Hotel ist relativ okay", sagt der Hamburger Moritz Fürste: "Außerdem sagt uns Dr. Alf genau, was wir essen und trinken dürfen."

Trainer Markus Weise verlässt sich voll und ganz auf die medizinische Abteilung: "Wenn wir die Vorgaben nicht befolgen, fliegt uns das ganze Turnier um die Ohren und zwar relativ schnell. Wenn auch nur zwei Spieler ausfallen würden, wäre das ein großer Rückschlag für das Team."

"Magen-Grummeln" bei den Spielern

Dass man offenbar nicht vorsichtig genug sein kann, verdeutlicht die Tatsache, dass es trotz aller Maßnahmen bereits leichte Beschwerden gab.

"Fast alle hatten schon Magengrummeln. Was aber auch daran liegen kann, dass die Jungs unheimlich viel essen", sagt Alf: "Totalausfälle hatten wir bislang aber keine."

Whisky würde er aus eigener Erfahrung durchaus zum Abtöten möglicher Keime empfehlen, aber während der WM herrscht für die Mannschaft absolutes Alkoholverbot.

Der Arzt selbst hält sich nicht so ganz streng an alle Vorschriften: "Abends gibt es schon mal ein Gläschen Rotwein."

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