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Die DHB-Auswahl will im Halbfinale auch gegen England jubeln © imago

Das DHB-Team kann gegen England den nächsten Schritt zur Titelverteidigung machen, für Unterstützung aus der Heimat ist gesorgt.

Neu Delhi - Die deutschen Hockeyherren enterten tatsächlich die bunten Motor-Rikschas und machten sich auf den Weg ins Zentrum von Delhi, Sightseeing in der Stadt und ein Bummel über den Markt waren angesagt.

Nach dem Einzug ins Halbfinale der Hockey-Weltmeisterschaft hatte Bundestrainer Markus Weise seinen Spielern freigegeben, erst am Nachmittag stand mit Video und Mannschaftsbesprechung die Vorbereitung auf das Semifinale (Do., ab 13.35 Uhr LIVE auf dsf.de) gegen England an.

"Keine Racheposter aufhängen"

Mit den Briten hat das deutsche Team nach dem verlorenen EM-Finale im Vorjahr in Amsterdam noch eine Rechnung offen, das haben die Spieler nicht vergessen.

"Wir werden aber keine Racheposter aufhängen", sagte Co-Trainer Stefan Kermas, "die Mannschaft ist vernünftig genug, ihre Motivation aus anderen Dingen zu ziehen."

Dass ein WM-Halbfinale wichtiger als eine Europameisterschaft ist, wollen Weise und sein Trainerstab den Jungs vermitteln.

Motivation aus der Heimat

Für viele Spieler reist die Zusatzmotivation aus der Heimat an.

Zahlreiche Eltern und Freunde, Fans und Verwandte haben sich zum Halbfinale auf den Weg nach Indien gemacht und werden die ohnehin bereits vor Ort befindlichen Fans zahlenmäßig vervielfachen.

Fanblock in Nationalfarben

Als nach dem 5:2-Erfolg gegen Neuseeland der Halbfinaleinzug feststand, stürmte das deutsche Team jubelnd auf immerhin bereits rund 200 Fans im Major Dhyan Chand National Stadion zu. Die hatten sich in Trikots und mit den Nationalfarben im Gesicht zu einem Block formiert.

Zwischen den vielen leeren der insgesamt 16000 grünen Plastiksitze wirkten sie wie ein großes schwarz-rot-goldenes Kissen, das bei jedem Tor der jungen deutschen Mannschaft in starke Schwingungen geriet.

"La Ola" mit den Fans

Die deutschen Anhänger schwenkten Fähnchen, sprangen auf und rissen riesige Banner in die Höhe.

"Go Germany" oder "Holt euch den dritten WM-Titel" war dort zu lesen.

Und nach der Partie starteten die Fans gemeinsam mit den Spielern eine minutenlange La Ola.

Butt begeistert

"Es ist echt Wahnsinn, dass einige eine so lange und kostspielige Reise auf sich nehmen, um uns zu unterstützen", sagte der Krefelder Linus Butt.

Ihn persönlich feuern im Stadion seine Eltern, sein Bruder und dessen Freundin an.

"Wir sind kurz vor dem Spiel gegen die Niederlande hier in Neu Delhi angekommen und bleiben natürlich bis zum Finale" - Alan Butt traut seinem Bruder und dessen Team den WM-Sieg zu.

Freunde und Verwandte

Die meisten der deutschen Anhänger sind Freunde und Verwandte der Hockeyspieler.

Die anderen Fans, die sich bei jeder Partie der Mannschaft von Trainer Markus Weise lautstark bemerkbar machen, sind zum größten Teil Deutsche, die in der indischen Hauptstadt leben.

Wie auch Michael und Patrick, die gerade ein freiwilliges Jahr bei verschiedenen Organisationen in Indien absolvieren.

Karten für 1,60 Euro

"Es kommt ja nicht oft vor, dass hier eine deutsche Nationalmannschaft auftritt. Da ist es ja wohl klar, dass wir das Team unterstützen", so die beiden 20-Jährigen, die einen guten Eindruck von der Auswahl des Deutschen Hockey Bundes haben.

Sie haben sich für 100 Rupien, umgerechnet etwa 1,60 Euro, bereits Karten für das Finale gekauft.

Zumeist leere Stadien

Immerhin, denn bislang war das Stadion meistens eher leer, wenn nicht die Gastgeber spielten.

"Es ist schon schade, dass bei unseren Spielen bisher das Stadion nie wirklich voll war", sagte Stürmer Florian Fuchs, dessen Eltern aus Hamburg angereist sind.

Linus Butt sieht allerdings einen kleinen Vorteil in den nur schwach besetzten Rängen: "Ich meine ständig, meinen Vater herauszuhören. Dass meine Familie hier ist, bedeutet mir einiges und ist für mich ein großer Rückhalt."

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