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Moritz Fürste feierte 2005 sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft © imago

Die "Aussies" nehmen Revanche für das verlorene Finale vor vier Jahren. Der Ausgleich von Moritz Fürste ist zu wenig.

Neu Delhi - Der Traum vom historischen Titel-Hattrick bei einer Weltmeisterschaft hat sich für die deutschen Hockeyherren nicht erfüllt.

Der Olympiasieger unterlag im Endspiel in Neu Delhi dem Turnierfavoriten Australien mit 1:2 (0:1) und konnte damit nach den WM-Erfolgen 2002 und 2006 seinen Titel nicht erfolgreich verteidigen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Noch nie war eine Mannschaft dreimal hintereinander Weltmeister.

Der Eckentreffer des Hamburgers Moritz Fürste (47.) war gegen die pfeilschnellen und druckvollen Aussies zu wenig.

Zweiter Titel für Australien

Eddie Ockenden (6.) und Eckenspezialist Luke Doerner (59.) waren für die "Kookaburras" erfolgreich, die die beiden vorherigen WM-Finals gegen Deutschland verloren hatten.

Australien gewann damit seinen zweiten WM-Titel nach 1986.

Platz drei belegten die Niederlande. Die "Oranjes" bezwangen im "kleinen" Finale Europameister England mit 4:3 (1:3).

Im Halbfinale hatte die deutsche Mannschaft die Engländer überzeugend mit 4:1 (3:1) geschlagen.

Jüngste Mannschaft des Turniers

"Ich bin trotz der Niederlage riesig stolz auf die Mannschaft und die Turnierleistung, wir haben das optimale rausgeholt", sagte Bundestrainer Markus Weise: "In unserem Team steckt noch viel Potenzial."

Mit durchschnittlich 22 Jahren war es schließlich die jüngste Mannschaft im Turnier.

"Wir sind jetzt super enttäuscht, aber morgen sieht das bestimmt anders aus", meinte Kapitän Max Müller: "Dieses jüngste Team hier hat ein tolles Turnier gespielt, wenn die Mannschaft das erkennt haben wir eine tolle Zukunft vor uns."

Leere bei Weß

Während die Aussies nach dem Schlusspfiff ausgelassen herumhüpften, saßen die deutschen Spieler fassungslos auf dem Rasen. Torwart Tim Jessulat und Verteidiger Benjamin Weß hatten Tränen in den Augen.

"Sicherlich ist es eine Riesenenttäuschung, ein Finale darf man nicht verlieren", sagte Weß: "Jetzt ist eine Leere da. Ich weiß nicht mit 24 Jahren, ob ich noch einmal ein WM Finale spielen werde."

Großer deutscher Block

Unter den rund 12.000 Zuschauern im etwa zu zwei Dritteln gefüllten Stadion war auch wieder ein großer Block mit deutschen Fans.

Zahlreiche Botschaftsangestellte und in Neu Delhi lebende Deutsche hatten neben den angereisten Freunden und Familienangehörigen den Weg in das Stadion gefunden und feuerten das junge deutsche Team in der indischen Nacht bei angenehmen 25 Grad permanent an.

Kein Torschuss in Hälfte eins

Die Australier fanden wesentlich besser in die Partie. Von Anfang an bauten sie den befürchteten Druck auf und pressten die deutschen Verteidiger bereits beim Spielaufbau.

Der taktische Plan von Australiens Trainer Richard Charlesworth ging im ersten Durchgang vollständig auf, seine Spieler stellten erstklassig die Räume zu.

Das deutsche Team konnte somit in der ersten Hälfte kaum einmal in den australischen Schusskreis vordringen und gab keinen einzigen Torschuss aus dem Spiel heraus ab.

Pech bei Strafecke

Die einzige echte Torgelegenheit gab es durch die erste Strafecke. Matthias Witthaus, der bereits sein drittes WM-Finale bestritt, hatte die Ecke durch eine Einzelaktion provoziert.

Der Torschuss des Berliners Martin Häner strich haarscharf am australischen Tor vorbei. In dieser Situation hatte Deutschland Pech.

Jessulat pariert glänzend

Die australische Halbzeitführung war aber hochverdient. Eddie Ockenden konnte sich halbrechts im deutschen Schusskreis durchsetzen und aus kurzer Distanz Torwart Tim Jessulat überwinden.

In der Folge verhinderte der Hamburger, der ab dem zweiten Spiel den verletzten Olympiasieger Max Weinhold vertrat, einige Male mit Glanzparaden einen weiteren Treffer noch vor dem Pausenpfiff.

Die Abwehr um Kapitän Max Müller und Martin Häner musste Schwerstarbeit leisten.

DHB-Team vergibt Chancen

Nach dem Wechsel übernahm die deutsche Mannschaft das Kommando und spielte nun wesentlich offensiver. Der Ausgleich nach einer schönen Eckenvariante war nicht unverdient.

Das Match wurde anschließend immer spannender und war vollkommen ausgeglichen, beide Teams suchten die Entscheidung.

Deutschland hatte dabei mit zwei Strafecken durch Fürste (53.) und den Kölner Jan-Marco Montag (62.) noch zwei große Chancen, scheiterte aber an der starken australischen Abwehr.

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