vergrößernverkleinern
Die deutsche Mannschaft will in das Finale einziehen
Jan-Marco Montag (Mitte) gewann mit dem DHB-Team bei Olympia 2008 in Peking die Goldmedaille © dpa Picture Alliance

Die DHB-Herren fegen Russland vom Platz und sichern sich dank Englands Schützenhilfe schon die Teilnahme für London 2012.

Mönchengladbach - Drei Spiele, drei Siege und das heiß begehrte Olympiaticket.

Deutschlands Hockey-Männer sind bei der EM in Mönchengladbach ohne Punktverlust ins Halbfinale marschiert und haben damit ihr Minimalziel bereits erreicht.

Zum Abschluss der Vorrunde am Mittwoch sicherte sich der Olympiasieger gegen Russland mit einem 7:0 (3:0)-Kantersieg den ersten Platz in der Gruppe A und die direkte Qualifikation für die Sommerspiele 2012 in London.

Letzte Hürde vor dem Finale ist am Freitag (21.00 Uhr) Titelverteidiger England. Im anderen Halbfinale treffen der WM-Dritte Niederlande (7:4 gegen Irland) und Überraschungsteam Belgien (3:2 gegen Spanien) aufeinander.

Bundestrainer Weise mit "Spiel und Resultat" zufrieden

"Ich bin mit dem Spiel und dem Resultat zufrieden. Wir haben nach der Führung das Ergebnis nicht nur verwaltet, sondern weiter nach vorne gespielt", sagte Bundestrainer Markus Weise und ergänzte:

"Mit der erfolgreichen Olympia-Quali ist ein hoher Druck von allen abgefallen. Unsere Zufriedenheit ist enorm groß. Jetzt wollen wir den Titel."

Jan-Marco Montag (2./6.), Moritz Fürste (32./61.), Thilo Stralkowski (48.), Christopher Wesley (50.) und Florian Fuchs (57. ) erzielten die Treffer für das in allen Belangen überlegene deutsche Team, das nach den beiden 3:1-Erfolgen gegen Belgien und Spanien bereits vor der Partie als Halbfinal-Teilnehmer festgestanden hatte.

"Das ist traumhaft für uns"

Dass Weise und Co. sicher für London planen können, ist Olympia-Gastgeber England zu verdanken.

Der Europameister gewann das erste Spiel des Tages gegen Frankreich 8:1 (3:0), zog dadurch ebenfalls in die Runde der letzten Vier ein und bescherte der Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) damit einen der drei Olympia-Plätze.

"Das ist traumhaft für uns, damit haben wir bereits ein Olympia-Ticket in der Tasche. Allerdings hat die Mannschaft mit den EM-Titel ein weiteres großes Ziel. Jetzt, wo für alle der ganz große Druck weg ist, dürfen wir uns im Halbfinale auf Traumhockey freuen", sagte DHB-Präsident Stephan Abel

"Wir hoffen, dass die Frauen im Halbfinale gegen Spanien nachziehen werden", fügte er hinzu.

Keine Zweifel gegen Russland

Gegen den Außenseiter Russland ließ der sechsmalige Europameister Deutschland vor 3500 Zuschauern im Gladbacher Hockey-Park von Beginn an keinen Zweifel an den Kräfteverhältnissen.

Auch im sechsten Aufeinandertreffen mit dem Rekordchampion hatten die Russen nicht den Hauch einer Chance.

Mit seinen Turniertreffern zwei und drei brachte Montag seine Mannschaft im Anschluss an zwei Strafecken in der Anfangsphase auf die Siegerstraße (2./6.). Anschließend schnürte Deutschland den Gegner in dessen Hälfte ein und dominierte nach Belieben.

Schlussmann Tim Jessulat vom deutschen Meister Club an der Alster kam erst in der 26. Minute zu seinem ersten Ballkontakt.

In einer Partie mit Trainingsspiel-Charakter probierte die DHB-Auswahl insbesondere bei kurzen Ecken einiges aus. Nach einer Serie von drei Strafecken erhöhte schließlich Fürste auf 3:0 (32.).

Überzeugender Auftritt als Kollektiv

In der zweiten Halbzeit bot sich den Besuchern ein ähnliches Bild. Weises Team, das erneut als Kollektiv überzeugte, kombinierte gefällig und kam durch Stralkowskis drittes EM-Tor (48.) und Wesley (50.) zu einem letztlich mühelosen Sieg.

Deutschland hat sich in Mönchengladbach mit beeindruckenden Leistungen in die Favoritenrolle geschossen und darf nach dem letzten Titel 2003 in Barcelona wieder von einer EM-Goldmedaille träumen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel