vergrößernverkleinern
Moritz Fürste (l.) erzielte das wichtige 2:1 im Endspiel © imago

Das Weise-Team besiegt bei der EM wie immer im Finale gegen die Niederlande, der Präsident spricht von "einem neuen Standard".

Mönchengladbach - Den EM-Traum verwirklicht, die Hockey-Welt zurechtgerückt: Die Männer des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) sind in Mönchengladbach nach einer Energieleistung zum siebten Mal Europameister geworden.

Am Sonntag gewann der Olympiasieger und Rekordchampion das ebenso hochklassige wie spannende Endspiel gegen die Niederlande mit 4:2 (2:1) und nahm damit erfolgreich Revanche für die 0:3-Finalniederlage der Frauen gegen den Erzrivalen tags zuvor.

Philipp Zeller (1.), Moritz Fürste (32.), Florian Fuchs (43.) und Oliver Korn (68.) erzielten die Tore für das Team von Bundestrainer Markus Weise, das zuletzt 2003 in Barcelona Europameister geworden war.

Für den WM-Dritten aus dem Nachbarland trafen Roderick Weusthof (19.) und der dreimalige Welthockeyspieler Teun de Nooijer (54.).

"Jetzt kann die Party beginnen"

"Es war ein herausragendes Spiel, das alles hatte - super Hockey, tolle Tore und Dramatik", sagte Weise: "Ich bin unheimlich stolz und habe großen Respekt vor der Leistung meiner Mannschaft."

Mittelfeldspieler Jan-Marco Montag dankte derweil den Fans: "Ohne die Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen. Jetzt kann die Party beginnen, wir werden sicher nicht früh ins Bett gehen."

Zeller sorgt für Traumstart

Es war Deutschlands sechster Sieg im sechsten EM-Finale gegen die Niederlande.

9000 Zuschauer peitschten die DHB-Auswahl im ausverkauften Gladbacher Hockey-Park von Beginn an nach vorn. Während die technisch starken Niederländer immer wieder versuchten ihr gefährliches Angriffsspiel aufzuziehen, kombinierte Deutschland aus einer geordneten Defensive zielstrebig in die Spitze und leistete sich dabei nur selten Fehler.

Weises Mannen erwischten einen Traumstart: Mit seinem Führungstreffer brachte der Kölner Zeller die Arena bereits in der ersten Minute zum Beben.

Fürste trifft vom Punkt

Die Niederländer brauchten einige Zeit um sich von dem Schock zu erholen und kamen gegen Mitte der ersten Hälfte durch Weusthoff (19.) zum glücklichen Ausgleich.

Anschließend lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Deutschlands Torwart Max Weinhold und der niederländische Schlussmann Jaap Stockmann gerieten zunehmend in den Mittelpunkt, parierten aber alle Schüsse sicher.

Kurz vor der Pause entschieden die Schiedsrichter nach einer regelwidrigen Aktion von Stockmann auf Siebenmeter, den Fürste sicher zur erneuten Führung verwandelte.

Korn macht den Sack zu

Nach dem Wechsel kamen die DHB-Männer erneut mit viel Schwung aus der Kabine und erspielten sich die ersten Torgelegenheiten. Mit seinem dritten EM-Tor schoss der erst 19 Jahre alte Fuchs sein Team zu einer beruhigenden Führung.

Die Niederländer um EM-Torschützenkönig Taeke Taekema steckten nicht auf und konnten durch de Nooijer nochmal verkürzen.

Nach dem Treffer von Korn kannte er Jubel keine Grenzen mehr.

"Einen neuen europäischen Standard gesetzt"

"Unser Fazit fällt total positiv aus, wir haben bei der EM einen neuen europäischen Standard gesetzt. Ich habe die ganzen Tage gegrinst wie ein Honigkuchenpferd", sagte DHB-Präsident Stephan Abel.

Er fügte hinzu: "Sportlich kann man ebenfalls mehr als zufrieden sein. Beide Mannschaften haben das Finale erreicht und damit die direkte Olympia-Qualifikation für London 2012 geschafft. Das gibt Planungssicherheit auf allen Ebenen." (BERICHT: Mit "Taschis" Freiheiten zum Olympiaticket)

Auch mit dem Zuschauerzuspruch zeigten sich die Veranstalter zufrieden - an den neun Turniertagen hatten insgesamt 45.000 Besucher die Partien in der Mönchengladbacher Arena verfolgt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel