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Die deutsche Mannschaft wurde zum siebten Mal Europameister © getty

Nach dem EM-Triumph feiert die DHB-Auswahl ausgelassen. Aber die Vorbereitung auf London lässt nicht lange auf sich warten.

Mönchengladbach - Die Iren sind berüchtigt für ihre Trinkfestigkeit, die sie mit allerlei folkloristischem Liedgut zusätzlich befeuern können.

Da mitzuhalten ist nicht so einfach, aber auch das ist den deutschen Hockey-Männern nach dem Gewinn der Europameisterschaft am Sonntag durch das 4:2 (2:1) über Erzrivale Niederlande in Mönchengladbach (BERICHT: Siebter Titel: Deutschland putzt den Erzrivalen) überzeugend gelungen.

Gleich zwei Pils kippte Torwart Max Weinhold "auf ex" und wurde dafür mit Chants der Überraschungs-Fünften von der Grünen Insel gefeiert.

Und dann kamen noch die Deutschen mit dem Bier-gefüllten Europacup.

Frühe Flucht des Bundestrainers

Zuvor hatten bei der Pokalübergabe 9000 Fans im Hockey-Park den Startschuss zu einer langen Partynacht gegeben.

"Wir haben den Erfolg ausgelassen gefeiert. Es war sehr laut, und die Jungs hatten großen Spaß", sagte Weise am Morgen danach mit leicht angekratzter Stimme.

Dabei hatte der Bundestrainer bereits gegen 0.30 Uhr in Richtung Bett "flüchten können". Seine Spieler hatten da noch lange nicht genug.

Feierbiester im Kader

"Wir sind glücklich, dass wir das Ding gewonnen haben. Jetzt kann die Party beginnen. Wir werden sicher nicht früh ins Bett gehen", hatte der Kölner Mittelfeldspieler Jan-Marco Montag bereits unmittelbar nach Spielende angekündigt.

Auch Mannschaftskapitän Maximilian Müller vom Nürnberger HTC war voller Vorfreude: "Was hier abgeht, das ist der absolute Wahnsinn. Wir sind sehr spontan und haben einige Feierbiester in der Mannschaft. Die werden den Laden schon am Laufen halten."

Gemeinsames Feiern

Fortgesetzt wurde der Party-Marathon nach der Siegerehrung auf dem Dach der DHB-Geschäftsstelle im Hockey-Park. Hier hatte das Team bereits 2006 den Weltmeister-Titel begossen. Gemeinsam mit Verantwortlichen, Helfern und Spielern anderer Nationen prostete man sich freudetrunken auf den neuerlichen Erfolg zu.

Gegen 21.30 Uhr machte sich die Feiergesellschaft dann auf den Weg in den Elisenhof - im Hotel der deutschen Nationalmannschaft fand das berauschende Fest schließlich erst in den frühen Morgenstunden ein Ende.

Als Einheit präsentiert

Zuvor hatten sich die 18 Spieler von Bundestrainer Markus Weise in Mönchengladbach als starke Einheit präsentiert und damit den insgesamt siebten EM-Titel für den Deutschen Hockey-Bund gewonnen.

Gleichzeitig unterstrichen sie ihre Favoritenstellung für die Olympischen Spiele 2012, für die sie sich bereits mit dem Halbfinaleinzug qualifiziert hatten.

"An London haben wir überhaupt nicht gedacht", sagte Kapitän Max Müller jedoch, "es ging wirklich nur um diesen Titel vor eigenem Publikum."

Bundestrainer ist "sehr stolz"

Da darf man sich dann gern mehrfach duschen nach dem Erfolg, den Philipp Zeller (1.), Moritz Fürste (32.), Florian Fuchs (43.) und Oliver Korn (68.) mit ihren Toren sicherten.

Mit Sekt, Bier und irgendwann dann auch mit Wasser, später am Abend. Bundestrainer Markus Weise hielt sich aus den feucht-fröhlichen Feierlichkeiten wie meist weitgehend heraus.

Der Hamburger freute sich eher still, aber dafür umso intensiver: "Ich bin sehr stolz, weil wir diesen Titel nach fünf wirklich starken Spielen gewonnen haben."

Olympia im Kopf

Im Kopf wird Weise bereits seine Planung für den Weg zur Gold-Verteidigung haben. EM schön und gut, Olympia überstrahlt natürlich alles.

"Entscheidend für die Spieler wird sein, was sie für London investieren wollen", sagte Weise, "wenn sie glauben, sie fahren jetzt als Favorit dahin und spielen so rum, werden wir kein gutes Turnier spielen. Wenn sie sagen, das hier war ein Zwischenschritt und sie hängen sich voll rein, werden wir eine gute Rolle spielen."

Weß und Zeller wollen nach London

Die Europameister sind bereit. Rund zehn Tage haben sie jetzt Ruhe, dann geht mit Start der Klubsaison im Grunde die Olympiavorbereitung los. "Diese Mannschaft wird so nicht nach London fahren", ist sich Kapitän Müller sicher, "da drängen noch so viele Klassespieler rein."

Unter anderem wird der verletzte Stürmerstar Christopher Zeller zurück erwartet, und Müllers Kapitäns-Vorgänger Timo Weß strebt nach fast drei Jahren Ausbildungspause sein Comeback an, bei der Feier war er schon dabei.

Deutschland wird nicht schlechter mit den beiden.

"Das gibt es nur beim Hockey"

"Wenn ich morgens um halb acht im Kraftraum trainiere, dann weiß ich, dass gleichzeitig auch die Jungs in Köln schwitzen", sagt Hauke, "dann hilft das sehr, wir sind eine ungeheuer geschlossene Einheit."

Alle vier Wochen werden sie leistungsdiagnostisch durchgecheckt, nichts wird beim DHB dem Zufall überlassen.

Aber vorher noch ein Bier. "Ist das geil", sagte der euphorische DHB-Präsident Stephan Abel am Abend in Mönchengladbach und meinte Feier und Erfolg: "Das gibt es nur beim Hockey."

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