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Marie Mävers spielte bei Olympia 2012 ihr erstes großes Turnier © getty

Stürmerin Marie Mävers überzeugt bei ihrer ersten Hockey-WM. Im SPORT1-Interview spricht sie über die Besonderheit des Turniers.

Von Jonas Nohe

München/Den Haag - Es ist eine erstaunliche Fähigkeit von herausragenden Stürmern, immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Beim 3:1 der deutschen Hockey-Frauen gegen Südafrika (BERICHT) stand Marie Mävers gleich zweimal goldrichtig.

Zweimal fälschte sie Hereingaben in den gegnerischen Schusskreis entscheidend ab, zweimal schlug der Ball im Tor ein (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit dem ersten Sieg und vier Punkten aus zwei Spielen hat das Team von Bundestrainer Jamilon Mülders bei der WM in Den Haag (SPORT1 zeigt 32 Spiele der Hockey-WM LIVE im Free-TV, dazu alle Partien der Teams des Deutschen Hockey-Bundes im LIVE-TICKER und in der SPORT1-App) alle Chancen auf den Halbfinaleinzug gewahrt.

Und trotzdem sieht die Stürmerin vom Uhlenhorster HC noch "Luft nach oben". (Service zur WM: SPORT1 erklärt Hockey)

Vor dem "Hammerspiel" gegen Argentinien (Fr., ab 15.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVESTREAM u. LIVE-TICKER) spricht Mävers im SPORT1-Interview über ihre erste WM, blindes Verständnis mit den Kolleginnen und Hotel-Späße mit den Australierinnen.

SPORT1: Frau Mävers, nach dem ersten Sieg beim 3:1 gegen Südafrika schien die ganze Mannschaft sehr erleichtert zu sein. Fängt das Turnier für Sie jetzt erst so richtig an?

Marie Mävers: Wir haben uns von Anfang an vorgenommen, das Turnier von Spiel zu Spiel zu betrachten - und am Ende zu schauen, was dabei herauskommt. Aber klar wollen wir ins Halbfinale. Von daher war der Sieg wichtig und tut uns auch richtig gut.

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SPORT1: Sie haben bei Ihren beiden Treffern zweimal von einer maßgenauen Vorlage Ihrer UHC-Kollegin Jana Teschke profitiert. Wie sehr hilft es in solchen Situationen, wenn man auch im Verein zusammenspielt? (SHOP: Jetzt Hockey-Artikel kaufen)

Mävers: Ich wusste nach dem Spiel erst gar nicht, dass Jana die beiden Flanken gegeben hat. Man sucht in der Nationalmannschaft jetzt auch nicht bewusst seine Vereinskolleginnen. Aber natürlich weiß Jana, wo ich stehe und wo sie den Ball hin spielen muss. Unterbewusst ist das auf jeden Fall da.

SPORT1: Inwieweit kann man solche Automatismen in den kurzen Phasen bei der Nationalmannschaft überhaupt einspielen?

Mävers: Das geht schon, aber war jetzt am Anfang des Turniers natürlich noch nicht so, wie es wahrscheinlich in den nächsten Spielen sein wird. Trotzdem war die Abstimmung im zweiten Spiel gegen Südafrika schon viel besser als noch im ersten Spiel.

SPORT1: Jetzt wartet mit Argentinien ein richtig dicker Brocken. Wie geht man das Spiel gegen den vermeintlich großen Favoriten in der Gruppe an?

Mävers: Für uns ist es eine ganz angenehme Situation, dass wir nicht die ganze Zeit über das Spiel machen müssen wie es gegen die beiden Gegner davor war. Wir werden versuchen über das Verteidigen, das einfach unsere große Stärke ist, ins Spiel reinzukommen. Und gegen Argentinien oder auch Holland sind das immer Hammerspiele, da freut sich einfach jeder drauf.

SPORT1: Insgesamt ist die Tabellensituation ja sehr spannend, vier Teams marschieren im Gleichschritt vorneweg. Was macht Sie optimistisch, dass es am Ende zum Halbfinal-Einzug reicht?

Mävers: Wir haben alles selbst in der Hand und von daher ist das eigentlich eine coole Situation. Wir haben schon noch Luft nach oben und wenn wir uns weiter steigern können, bin ich mir sicher, dass wir es dann auch schaffen.

SPORT1: Auf Twitter scheint ein kleiner Wettkampf mit den Australierinnen ausgebrochen zu sein. Was hat es damit auf sich?

Mävers: Wir haben eine kleine Tischtennisplatte im Hotel, die haben sie sich am Mittwoch geliehen. Und nachdem sie ein bisschen geübt haben, haben sie uns jetzt auch herausgefordert, dass wir mal gegeneinander spielen. Bisher haben wir mehr miteinander gespielt, aber das war schon ganz witzig.

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SPORT1: Anfang Mai haben Sie mit dem Uhlenhorster HC das Finale um die deutsche Meisterschaft denkbar knapp im Siebenmeterschießen gegen RW Köln verloren. Wie blendet man das aus, wenn man sich auf eine WM vorbereiten muss?

Mävers: Das Schöne an unserem Sport ist, dass es immer weiter geht und immer das nächste Highlight kommt. Klar war das in der ersten Woche danach super enttäuschend und da denkt man auch viel drüber nach. Aber sobald man hier ist, hat man dann eine neue Aufgabe.

SPORT1: Bei Ihren ersten großen Turnieren sprang bei Olympia 2012 Platz sieben und letztes Jahr der EM-Titel heraus. Wo würden Sie im Vergleich Ihre erste WM mit der A-Nationalmannschaft einordnen?

Mävers: Olympia steht natürlich für sich, das ist ein Turnier wie kein anderes. Das war eine Atmosphäre, die ich noch nie erlebt habe und wie ich sie mir nicht mal erträumen konnte. Aber auch hier in Den Haag haben wir fast das Gefühl, als wären wir bei einer Fußball-WM. Die ganzen Fans und Medien, die hier sind, das gab es bei uns ja noch nie. Deshalb kann man das auch nicht mit der EM vergleichen. Das ist schon auch ein Mega-Highlight hier.

SPORT1: Direkt nach Ihrem Spiel gegen Argentinien steht bei den Herren der Klassiker gegen Gastgeber Niederlande an. Wie und wo werden Sie die Daumen drücken?

Mävers: Wir werden direkt im Stadion bleiben und das Spiel dort anschauen.

SPORT1: Ihr Tipp?

Mävers: Ich glaube, unsere Herren gewinnen mit 2:1.

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