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Bei der Europameisterschaft 2013 holten sich die deutschen Herren den Titel © getty

Nur ein Sieg gegen Erzrivale Niederlande hilft den DHB-Herren im Kampf ums WM-Halbfinale. Das deutsche Siegergen macht Hoffnung.

Den Haag - Florian Fuchs bringt es ohne Umschweife auf den Punkt.

"Wir stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand", sagt der Stürmer der deutschen Hockey-Männer vor dem richtungweisenden WM-Duell mit dem Erzrivalen Niederlande am Freitag (ab 19.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 u. LIVE-TICKER).

Gegen 15.000 Oranje-Fans

Ausgerechnet gegen den stark gestarteten Gastgeber steht der Olympiasieger in Den Haag unter großem Druck. Nur bei einem Sieg nimmt die Mannschaft von Trainer Markus Weise wieder Kurs auf das Halbfinale (Die Hockey-WM bis 15. Juni LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und in der SPORT1-App).

Doch die Aufgabe könnte kaum schwerer sein. "Oranje" gewann seine ersten beiden Gruppenspiele und kann im 15.000 Zuschauer fassenden Stadion gegen den Erzrivalen auf die lautstarke Unterstützung seiner Fans bauen.

Niederlage gegen Argentinien

Die Auswahl des Deutschen Hockey Bundes (DHB) patzte dagegen nach gelungenem Auftakt (4:0 gegen Südafrika) beim 0:1 gegen Argentinien. Insbesondere in der Offensive agierte Deutschland einfallslos (Service zur WM: SPORT1 erklärt Hockey).

"Wir hatten gefühlt extrem viel Ballbesitz, aber es ist ein Witz, was wir daraus gemacht haben", so Fuchs. Doch Aufregung herrscht im deutschen Lager vor dem dritten Gruppenspiel nicht.

"Solche Situationen hatten wir immer mal wieder in Turnieren", so Fuchs. Und auch Torjäger Thilo Stralkowski bleibt gelassen: "Ein schlechtes Spiel ist immer dabei. Wir müssen daraus lernen und die nächsten drei Spiele gewinnen."

Keller: "Mache mir keine Sorgen"

Die deutsche Rekordnationalspielerin Natascha Keller äußerte sich in ihrer SPORT1-Kolumne ebenfalls optimistisch: "Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen: Die Männer haben bei ihren großen Erfolgen immer einen Dämpfer im Turnierverlauf gehabt."

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Das deutsche Team habe "eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten. Ich bin mir sicher, dass sie aus dieser Niederlage lernen und gestärkt ins weitere Turnier gehen werden", sagte die SPORT1-Expertin.

Trotzdem: Dass der WM-Zweite nun ausgerechnet vor der Neuauflage des olympischen Finales von London (2:1) unter Druck steht - nur die beiden Gruppensieger sowie Zweiten ziehen ins Halbfinale ein - hätte sich Coach Weise sicherlich anders gewünscht.

"Niederlage war verdient"

Ob der mäßigen Leistung seiner Schützlinge nahm der Erfolgstrainer aber kein Blatt vor den Mund: "Die Niederlage war absolut verdient. Heute hat nicht viel zusammengepasst. Ich hoffe, dass wir das in den nächsten Spielen wieder besser hinkriegen", so Weise.

Die Generalprobe gegen die Niederländer beim Masters in Düsseldorf ging im Mai jedoch daneben, die Deutschen unterlagen 3:4. In die von Verletzungssorgen überschattete kurze Vorbereitung passte die Pleite.

Statistisch gesehen hat Deutschland bei großen Spielen allerdings oft die Nase vorn. Bei den Olympischen Spielen in London zum Beispiel verlor die DHB-Auswahl in der Gruppenphase gegen "Oranje", trotzdem holte sich das Team im Endspiel Gold.

Positive Bilanz gegen die Niederlande

Im Halbfinale der EM in Boom 2013 setzte sich der spätere Europameister Deutschland ebenfalls durch. Und auf dem Weg zur Goldmedaille in Peking 2008 schlug das DHB-Team die Niederlande in der Runde der letzten Vier.

Das Duell hat eine lange Tradition: Bisher standen sich die Teams 191-mal gegenüber, so oft spielten die Deutschen noch gegen keine andere Mannschaft. 82 Erfolgen stehen 51 Unentschieden und 58 Niederlagen gegenüber.

Am Freitag soll ein weiterer Sieg dazukommen.

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