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Rich Franklin (l.) tritt mit dem Knie auf seinen Gegner ein © getty

Beim ersten UFC-Event in Deutschland trifft im Hauptkampf ein ehemaliger Mathelehrer auf Wanderlei "The Axe Murderer" Silva.

Von Jürgen Blöhs

München/Köln ? Am Samstag feiert die Ultimate Fight Championship (UFC) mit ihrer 99. Veranstaltung in Köln ihre Deutschland-Premiere (ab 23 Uhr im DSF).

Im Vorfeld gab es viele Diskussionen, Politiker, Pressevertreter und Experten wie Box-Fachmann Werner Schneyder hatten ein Verbot der "Kämpfe hinterm Maschendrahtzaun" gefordert. 46982(DIASHOW: Harte Männer im Octagon)

Nachdem sich Hallen-Betreiber, das Jugendamt Köln und Promoter Marek Lieberberg (Interview: "Nicht für möglich gehaltene Hexenjagd") auf ein Mindestalter von 18 Jahren geeinigt hatten, stand dem Kampfabend nichts mehr im Weg.

UFC will Europa erobern

In den USA füllen die "Käfig-Kämpfe" regelmäßig die großen Hallen in Las Vegas und fesseln die Fans vor dem Fernseher. In den Jahren 2007 und 2008 waren sieben der zehn Top-Sport-Events im Pay-TV UFC-Fight-Nächte. (Das Regelwerk der UFC)

Nach großen Erfolgen in England und Irland will der größte Veranstalter von Mixed-Martial-Arts-Kämpfen (MMA) nun auch auf dem europäischen Festland Furore machen.

Vier Kämpfe in zwei Jahren

Die Konzertagentur Lieberberg, die sonst Pop-Größen wie Bruce Springsteen und Madonna auf Tour durch die Republik schickt, hat sich für zwei Jahre die Veranstaltungsrechte gesichert ? mit mindestens vier Kampfabenden.

"Ich habe mir angeguckt, was in den USA zieht und mich dann für UFC entschieden", sagte Lieberberg Sport1.de.

Welcher Stil ist der stärkste?

MMA-Kämpfe wurden eingeführt, um zu ermitteln, wer der beste Kämpfer ist, wenn verschiedene Kampfstile und -künste wie Boxen, Ringen, Judo, Taekwondo, Jiu-Jitsu oder Kickboxen aufeinandertreffen.

Wer bei den Kämpfen Schlägertypen erwartet, wird enttäuscht.

"Mehr als 80 Prozent unserer Athleten besitzen einen Universitätsabschluss oder eine andere Form von höherer Bildung. Unter ihnen gibt es ehemalige Psychologen, IT-Experten, Feuerwehrleute und Polizisten", kämpft Marshall Zelaznik, Präsident der UK Division der UFC, gegen Vorurteile.

"Axtmörder" fordert Ex-Weltmeister

Mit Rich "Ace" Franklin tritt im Hauptkampf von Köln ein ehemaliger Mathematiklehrer an. Der Ex-UFC-Champion in der Klasse bis 88 kg trifft auf den Brasilianer Wanderlei Silva, der den martialischen Kampfnamen "The Axe Murderer" trägt.

"Wanderleys Kampfstil erinnert mich an einen Mixer. Sobald seine Arme anfangen zu rotieren, passieren schlimme Dinge", beschreibt Franklin seinen Kontrahenten.

Siver träumt von WM-Kampf

Mit Dennis Siver steigt in der Klasse bis 70 kg auch der einzige deutsche UFC-Fighter in das Ring-Achteck (Octagon). (Silver: "Vom Boxen lernen")

Der in Omsk geborene Mannheimer trifft auf Dale Hart aus den USA.

"Ich habe großen Respekt vor Dale, werde aber alles tun, um ihn zu schlagen", hofft der 30-Jährige nach seinem t.K.o.-Sieg im Januar in London über Nate Mohr weiter in der Rangliste voranzukommen, um irgendwann in der Heimat vielleicht einmal um die WM zu kämpfen.

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