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Dennis Siver hat den Japaner Naoyuki Kotani am Boden © getty

Dennis Siver steigt am Samstag in Dublin in den Käfig. Sport1.de sprach mit Deutschlands härtestem Leichtgewichtskämpfer.

Von Jürgen Blöhs

München ? Am 19. Januar steigt Dennis Siver in Dublin in der Klasse bis 70 kg gegen US-Fighter Nate Mohr zu seinem vierten UFC-Figt ins Octagon.

Der im russischen Omsk geborene Mannheimer hofft, sich mit einem Sieg für die erste UFC-Veranstaltung auf deutschem Boden Mitte Juni in Köln zu empfehlen.

Der erste und einzige deutsche UFC-Fighter schwärmt in einem Gespräch mit Sport1.de von seinen Kämpfen in Las Vegas und der Londoner O2-Arena und ist sicher, dass die Duelle "Mann gegen Mann" im Käfig auch in Deutschland die Massen faszinieren werden.

Wichtig sei, wie die Fights hierzulande verkauft werden.

"Wie bei Maske"

"Wir sollten vom Boxen lernen, das damals mit Henry Maske populär wurde", gibt Deutschlands härtestes Leichtgewicht vor.

Bei Sport1.despricht der 29-Jährige außerdem über seine Anfänge, seine Ziele und Besuche beim Schönheits-Chirurgen.

Sport1.de: Mit welcher Kampfsportart haben Sie begonnen?

Dennis Siver: Ich habe mit 14 Jahren mit Kickboxen begonnen und 2003 meinen ersten MMA-Fight absolviert. 2007 hat mich mein Manager Bodo Elsbeck in die UFC gebracht. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Sport1.de: Wie kommt man auf die Idee, diesen harten Sport zu betreiben?

Siver: Ich liebe den Kampfsport, und MMA (Mixed Martial Arts, Anm. der Red.) ist die komplizierteste und härteste Kampfsportart. Das hat mich gereizt.

Sport1.de: Ihre MMA-Bilanz ist 12:6, in der UFC haben Sie von vier Kämpfen drei verloren. Woran liegt das?

Siver: Die Gegner in der UFC sind einfach besser. Da fließt viel mehr Geld und dementsprechend trifft man auf die besten Kämpfer.

Sport1.de: Was ist es für ein Gefühl im UFC-Käfig zu kämpfen?

Siver: Das kann man gar nicht mit MMA-Kämpfen in Europa vergleichen. Die ganze Atmosphäre ist anders, die Fans kennen ihre Kämpfer, es sind viel mehr Zuschauer da, das Drumherum hat ganz andere Dimensionen. Ich habe in Las Vegas gekämpft und in London in der ausverkauften O2-Arena. Da war eine Wahnsinns-Stimmung.

Sport1.de: Können Sie von ihren Börsen leben?

Siver: Nein, leider noch nicht. Ich arbeite als KFZ-Meister und trainiere jeden Abend und opfere meine gesamte Freizeit dem Sport. Mit meinem Trainer Niko Sulenta arbeite ich daran, ein kompletter Kämpfer zu werden. Ich muss mich vor allem am Boden verbessern. Profi ist natürlich mein Ziel.

Sport1.de: In Dublin treffen Sie auf Nate Mohr. Kennen Sie den Gegner?

Siver: Ja, ich habe zwei, drei Kämpfe von ihm gesehen. Er kommt wie ich vom Kickboxen. Das kommt mir sehr entgegen. Ich liebe es, aufrecht stehend zu kämpfen.

Sport1.de: Mitte Juni kommt die UFC erstmals nach Deutschland. Sind Sie in Köln dabei?

Siver: Ich wünsche es mir als erster und immer noch einziger Deutscher in der UFC sehr. Viel dürfte von meinem Kampf in Dublin abhängen.

Sport1.de: Glauben Sie, dass die Fans in Deutschland ähnlich zu begeistern sein werden wie in den USA oder England?

Siver: Ich hoffe es sehr und bin optimistisch, denn es gibt viele Fans in Deutschland. Viel hängt davon ab, wie es verkauft wird, dass den Leuten klargemacht wird, dass es eine ernsthafte Angelegenheit ist und da keine Schläger blind aufeinander einprügeln. Wir sollten vom Boxen lernen, das damals mit Henry Maske populär wurde, und die Klitschkos mit ihren Doktortiteln tragen viel zum Erfolg bei. In den USA hat das gut geklappt. Da zieht UFC mehr als Boxen.

Sport1.de: Haben Sie sich schon eine ernsthafte Verletzung zugezogen?

Siver: Ein Handbruch. Das war alles. Einen Schönheits-Chirurgen habe ich noch nicht gebraucht.

Sport1.de: Wie lange kann man diese Sportart betreiben?

Siver: Ich habe mir da keine Grenzen gesetzt. So lange es Spaß macht und ich mich im Käfig nicht lächerlich mache.

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