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Max Hoff wechselte 2007 vom nicht-olympischen Wildwasserboot ins Kanu © dpa

Neben fünf bis sieben Medaillen soll sich die deutsche Kanu-Flotte in Szeged auch noch Quotenplätze für Olympia 2012 erpaddeln.

Szeged - Die größten Titelhoffnungen ruhen auf Kajak-König Max Hoff und den Olympiasiegern Martin Hollstein/Andreas Ihle, doch im Kampf um die olympischen Quotenplätze reist die deutsche Flotte auch mit einigen Sorgen zur WM ins ungarische Kanu-Mekka Szeged.

"Wir müssen den Spagat zwischen den Olympia-Quotenplätzen und der Medaillenausbeute schaffen. Fünf bis sieben Medaillen sind in den zwölf olympischen Klassen das Ziel", sagte Sportdirektor Jens Kahl vor den am Donnerstag beginnenden Titelkämpfen.

Cheftrainer Reiner Kießler geht mit "gedämpftem Optimismus" in die richtungweisenden Weltmeisterschaften und schickt 16 Athleten in das Rennen um die begehrten Olympia-Tickets.

200 m "nie als vollständige Strecke betrachtet"

Doch beim erfolgverwöhnten Deutschen Kanu-Verband (DKV) gibt es noch einige Baustellen, zuletzt paddelte man in einigen Disziplinen hinterher.

Tomasz Wylenzek/Stefan Holtz (Essen/Leipzig) haben sich in der internen Ausscheidung im Canadier-Zweier durchgesetzt und sollen die Bootsklasse nach dem Halbfinal-Aus bei der WM 2010 wieder auf Erfolgskurs bringen.

Schwierig wird auch die Aufgabe auf der 200-m-Strecke, die im nächsten Jahr mit vier Entscheidungen erstmals olympisch ist. "Die 200 m sind immer noch eine Baustelle, da wir sie nie als vollständige Strecke betrachtet haben. Es wird noch zwei bis drei Jahre dauern, bis wir uns neu aufgebaut haben", sagte Kahl.

Titel-Hattrick für Hoff kein Muss

Der DKV-Sportdirektor hat aber noch ein weiteres Problem in der vorolympischen Saison ausgemacht. "Den starken Nationen wird es durch die Begrenzung der Startplätze immer schwerer gemacht, Quotenplätze in allen Klassen zu schaffen", so Kahl.

Daher wagen einige Athleten im kanuverrückten Ungarn einen Doppelstart. Es sei ein Experiment, zwei Belastungen in einer kurzen Zeit zu fahren.

Das Wichtigste sei es, die Olympia-Quotenplätze zu holen. Nächstes Jahr komme es darauf an, sagte der Essener Max Hoff, der in Szeged den Titel-Hattrick im Einer anstrebt, aber auch im Vierer antritt und sich daher nicht unter Druck setzt: "Es wäre natürlich schön, wenn ich den Titel im Einer erfolgreich verteidigen würde und es mit dem Hattrick klappt. Wenn nicht, ist es auch kein Beinbruch."

Fanny Fischer verordnet sich Pause

Auch im Frauenbereich ist der DKV nicht sorgenfrei.

Die viermalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) legt in diesem Jahr eine Baby-Pause ein, Olympiasiegerin Fanny Fischer (Potsdam) hat ihre Saison frühzeitig beendet und sich selber eine Wettkampfpause verordnet.

So sorgte zuletzt die achtmalige Olympiasiegerin Birgit Fischer mit ihren Comeback-Plänen (SPORT1-Interview: "Dann will ich Gold - wie immer!") für Wirbel. Die 49-Jährige wird den Weltmeisterschaften einen Besuch abstatten und die Rennen aufmerksam verfolgen.

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