vergrößernverkleinern
Max Hoff holt seinen fünften WM-Titel © getty

Die deutschen Kanuten schwimmen bei der Heim-WM in Duisburg am Finaltag auf der Erfolgswelle und sichern sich gleich vier Titel.

Duisburg - Die deutsche Kanu-Flotte ist am ersten Finaltag der Heim-Weltmeisterschaften in Duisburg auf einer Welle des Erfolgs gepaddelt.

Mit insgesamt vier Gold- und vier Silbermedaillen untermauerte der erfolgsverwöhnte Verband seine internationale Vormachtstellung eindrucksvoll. In den sechs ausgefahrenen Finals der olympischen Klassen zogen die deutschen Athleten vor dem begeisterten Publikum an der Wedau-Regattastrecke drei Gold- und zwei Silbermedaillen an Land.

Cheftrainer Kießler ist sprachlos

"Ich bin ein wenig sprachlos. Wir haben dem großen Druck standgehalten", sagte ein überglücklicher Cheftrainer Reiner Kießler.

Der Olympiadritte Max Hoff (Essen) feierte seinen fünften WM-Titel nach einem taktisch klug eingeteilten Rennen ausgelassen.

Der 30-Jährige reckte nach der Zieldurchfahrt im Kajak-Einer nach 1000 m die Faust in die Höhe und brüllte seine Freude lautstark heraus. "Das ist unglaublich geil. Ich habe unheimlich viel dafür getan", sagte Hoff.

Dietz/Weber vervollständigen Titelsammlung

Die Olympiasiegerinnen Franziska Weber und Tina Dietze wurden ihrer Favoritenrolle im Kajak-Zweier über 500 m gerecht.

Das Duo aus Leipzig und Potsdam siegte dank großer Kraftreserven vor Ungarn. "Dieser Titel hat uns in unserer Sammlung noch gefehlt", meinte Dietze.

Sichtlich stolz blickten auch Max Rendschmidt/Marcus Groß (Essen/Berlin) nach ihrem Sieg im Kajak-Zweier auf ihr erstes WM-Gold.

Sportdirektor Kahl spricht von "Wahnsinn"

"Das ist so befriedigend, dass wir es auch bei der WM können", sagte Groß, der mit seinem Partner in dieser Saison schon den EM-Titel über 1000 m gewonnen hatte. Bei dem ganzen Goldglanz strahlte auch Sportdirektor Jens Kahl. "Es ist Wahnsinn, wie unsere Athleten es immer wieder umsetzen", sagte Kahl.

Obwohl Sebastian Brendel im Canadier-Einer seinen ersten WM-Titel erneut verpasste, war auch der Olympiasieger mit Silber zufrieden.

Bei der Siegerehrung machte der 25-Jährige aus Potsdam einen mächtigen Satz aufs Podest und winkte ins Publikum. Mit dem zweiten Platz könne er sehr gut leben, versicherte Brendel.

Silber für Wagner-Augustin

Das galt auch für die viermalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin nach Silber im Kajak-Einer über 500 m. Die 35-Jährige aus Potsdam musste sich nur Danuta Kozak geschlagen geben.

"Ich dachte, ich könnte den starken Start bis ins Ziel durchhalten, doch die Ungarin hatte etwas dagegen", sagte die zehnmalige Weltmeisterin.

Für den Höhepunkt in den nichtolympischen Klassen sorgte aus deutscher Sicht der Canadier-Vierer.

Kurt Kuschela (Potsdam), Erik Leue (Magdeburg), Erik Rebstock (Neubrandenburg) und Peter Kretschmer (Potsdam) siegten nach 1000 m vor Weißrussland. Zudem holten Verena Hantl (Karlsruhe) Silber im Kajak-Einer über 1000 m und Carolin Leonhardt/Conny Waßmuth (Mannheim/Potsdam) Silber im Kajak-Zweier über den Kilometer.

Sprintstrecke bleibt DKV-Baustelle

Eine Baustelle des DKV bleibt aber die in London 2012 erstmals bei Olympischen Spielen eingeführte Sprintstrecke. In den vier olympischen Klassen über 200 m erreichten nur Ronald Rauhe/Jonas Ems (Potsdam/Essen) im Kajak-Zweier das Finale.

Tom Liebscher (Dresden) und Anne Knorr (Leipzig) scheiterten jeweils im Kajak-Einer ebenso im Halbfinale wie Stefan Kiraj (Potsdam) im Canadier-Einer. "Das ist eine Enttäuschung. Wir müssen analysieren, was da schiefgelaufen ist", sagte DKV-Präsident Thomas Konietzko.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel