Die deutschen Rennsport-Kanuten gehen in die heiße Phase im Kampf um die WM-Tickets.

Beim dritten Weltcup von Freitag bis Sonntag in Duisburg wollen sich die Athleten für die Titelkämpfe im ungarischen Szeged (18. bis 21. August) empfehlen. Den WM-Kader wird Bundestrainer Reiner Kießler voraussichtlich am Montag bekannt geben.

Der Deutsche Kanuverband (DKV) tritt bei der letzten Weltcupstation mit der stärksten Mannschaft an. Insgesamt gehen in Duisburg rund 850 Sportler aus 46 Nationen in den olympischen Disziplinen im Kajak und im Canadier an den Start.

"Bei den Kajak-Herren streift der Blick bereits bis nach London", sagte Kießler und fügte hinzu: "Mit der beschränkten Quotenplatzierung müssen neue Konstellationen gefunden werden." Bei Olympia stehen den Kajak-Herren nur acht Plätze zur Verfügung.

Daher feiert Weltmeister Max Hoff (Essen) notgedrungen eine Premiere. Der Langstreckenspezialist kommt in Duisburg erstmals im Vierer über 1000 m zum Einsatz. Sein Hauptaugenmerk liegt aber auf seiner Paradedisziplin. "Meine Priorität liegt ganz klar beim Einer über 1000 m", sagte der dreifache Titelträger.

Seinem Doppelstart sieht Hoff aber mit Humor entgegen. "Ich sitze im Vierer hinten, da kann mich keiner sehen und ich kann machen, was ich will", sagte Hoff. Der Start gilt als Belastungstest für die anstehenden Großereignisse.

Im Canadier will der Potsdamer Sebastian Brendel wie schon beim Weltcup-Auftakt im polnischen Posen auf die Podiumsplätze paddeln. Er tritt über 200 m und 1000 m an.

Auch die Frauen wollen beim Heimrennen trotz prominenter Ausfälle glänzen. "Bei den Damen müssen wir natürlich die Babypause von Katrin Wagner-Augustin und das Fehlen von Fanny Fischer kompensieren", sagte Kießler. Die Nichte von Birgit Fischer hat sich eine schöpferische Auszeit genommen und die Saison vorzeitig beendet.

Die Hoffnungen ruhen auf Vierer-Olympiasiegerin Nicole Reinhardt (Lampertheim) Die 25-Jährige hatte den Weltcup-Auftakt in Posen über 500 m im Kajak-Einer gewonnen und will ihre Klasse auf der traditionsreichen Wedau-Bahn im Rennen über die gleiche Strecke und über 200 m unter Beweis stellen.

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