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Christina Obergföll (l.) gehört zu den Hoff- nungsträgerinnen des DLV für die Heim-WM © getty

In 100 Tagen beginnt die Leichtathletik-WM in Berlin: Deutsche Spitzenpolitiker rühren schon jetzt kräftig die Werbetrommel

Berlin - Der Außenminister läuft mit Staffelstäben durch die Welt, der Finanzminister wirft Gedenkmünzen unters Volk und die Bundeskanzlerin springt als Antreiberin ein:

Die in 100 Tagen beginnende Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) reißt auch die Bundesregierung mit.

An der Spitze der politischen Unterstützer steht Bundespräsident Horst Köhler. Das Staatsoberhaupt ist Schirmherr für das Welt-Sportereignis 2009, das seinen Slogan "Have a good time" in drei Monaten mit Leben füllen will.

Politiker erwarten "großartige Wettkämpfe"

"Die WM wird ganz sicher tolle Werbung für die Leichtathletik sein. Das hat die Sportart auch verdient", sagt der für Sport zuständige Innenminister Wolfgang Schäuble.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gab sich jüngst zuversichtlich, nachdem sie WM-OK und Wirtschaftsvertreter im Kanzleramt bei einem Mittagessen zusammengebracht hatte:

"Ich bin mir sicher, dass die Zuschauer aus Berlin, Deutschland und der gesamten Welt hervorragend in der deutschen Hauptstadt empfangen und großartige sportliche Wettkämpfe erleben werden."

Knapp die Hälfte der Tickets verkauft

Obwohl sich die Sponsoren bislang zurückhaltend zeigten und dem Organisationsteam noch zwei nationale Partner fehlen, steht drei Jahre nach der Fußball-WM einem erneuten Sommermärchen nichts im Wege.

Über 210.000 der avisierten 500.000 Tickets sind bereits verkauft.

Dabei haben selbst viele Berliner noch nicht einmal mitbekommen, dass die Hauptstadt im August neun Tage lang der Nabel der Sportwelt sein wird. (Letzte Weltmeisterschaften in Deutschland?)

Staffelstäbe und Trainingslager

Ganz anders sieht das bei den Gesprächspartnern von Außenminister Frank-Walter Steinmeier aus.

Der SPD-Politiker übergibt im Namen des WM-OKs auf allen Reisen Staffelstäbe mit den jeweiligen Nationalflaggen.

Außerdem finanziert sein Haus Teams aus Entwicklungsländern Trainingslager in Deutschland. 585.000 Euro stellt Steinmeier dafür bereit.

10-Euro-Gedenkmünze

Der Finanzminister hat derweil zum dritten Mal nach Olympia 1972 in München und der Fußball-WM 2006 eine Gedenkmünze herausgebracht, deren Erlös (2 Millionen Euro) ins Kulturprogramm der WM fließt.

"Die Bundesregierung möchte behilflich sein, diese Leichtathletik-WM nicht nur zu einem großen sportlichen Ereignis, sondern zu einem gesellschaftlichen Ereignis für alle zu machen", sagte Peer Steinbrück vor ein paar Wochen bei der Übergabe der 10-Euro-Münze.

Roadshow mit 60 Stationen

Was in der großen Politik funktioniert, klappt auch eine Ebene darunter. Die Roadshow, mit der in den 60 größten deutschen Städten für die WM geworben wird (Startort ist Bonn), stößt auf reges Interesse.

"Die Unterstützung meiner Amtskollegen ist groß", berichtet Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, der zusammen mit DLV-Präsident Clemens Prokop Präsident des WM-OKs ist.

Aus der Flaute herauskommen

Vom sportlichen Erfolg ist Wowereit überzeugt: "Die WM ist eine große Chance für die deutsche Leichtathletik, aus der Flaute herauszukommen." (Diack prohezeiht DLV Medaillenregen)

Dem Tief von Peking mit nur einer Olympiamedaille durch Speerwerferin Christina Obergföll soll im Wettstreit von 1800 Athleten aus 213 Mitgliedsverbänden des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF das Hoch von Berlin folgen.

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