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Begehrter Partner für einen Handshake: Wundersprinter Usain Bolt © getty

Nach Usain Bolts Machtdemonstration in Manchester feiern ihn die Medien. Er selbst gibt Ronaldo Tipps und kündigt Großes an.

Manchester - Zuerst gab Usain Bolt Weltfußballer Cristiano Ronaldo ein paar Lauftipps, dann erteilte er der Sprint-Konkurrenz eine Lehrstunde.

Weder der regendurchnässte Untergrund noch die Trainingspause nach seinem Verkehrsunfall und schon gar nicht die Gegner konnten den dreifachen Olympiasieger beim Straßenrennen in Manchester über 150 m stoppen.

In 14,35 Sekunden stellte Bolt nicht nur eine Weltbestzeit auf, sondern war auf den "fliegenden" 100 m auch noch so schnell wie nie ein Mensch zuvor (Bolt knackt nächsten Weltrekord) .

Medien sehen "totale Vernichtung"

"Mein Hauptziel ist, dass ich mich selbst zu einer Legende mache. Ich werde sehr hart dafür arbeiten", sagte der 22-jährige Jamaikaner, der nach seiner Europa-Premiere 2009 von Tausenden Fans am Straßenrand bejubelt wurde.

Auch die englischen Medien huldigten dem Ausnahmeathleten. "Gebt ihm ein paar Rennschuhe und er könnte sogar über Wasser laufen", schrieb die "Times", während der "Telegraph" in Bolts Demonstration der Stärke eine "totale Vernichtung" sah.

Der Sprint-König wusste, was sich gehörte und lenkte seine Gedanken schon mal Richtung Olympia 2012 in London: "Es ist immer großartig, wenn man einen Olympiasieg wiederholen kann. Das wäre ein Meilenstein für mich."

WM in Berlin das Highlight

In dieser Saison ist sein Hauptziel aber die WM in Berlin (15. bis 23. August).

Als wären die Zahlen nicht schon frustrierend genug für die großen WM-Rivalen Asafa Powell oder Tyson Gay, erklärte der Weltrekordler aus Trelawny: "Ich denke, dass ich erst bei 70 Prozent bin. Ich hätte noch schneller laufen können. Ich hoffe, dass ich in Berlin einhundertprozentig fit bin."

Gesundes Selbstbewusstsein

In der deutschen Hauptstadt soll dann auch der Weltrekord über 100 m (9,69 Sekunden) fallen, den Bolt bei Olympia aufgestellt hatte.

"Das sollte nicht das Problem sein", meinte Bolt selbstbewusst: "Mein Trainer hat gesagt, in Peking hätte ich 9,54 Sekunden laufen können. Das kann ich definitiv schaffen."

26 Jahre alte Marke pulverisiert

In der Szene besteht daran kein Zweifel. "Er ist eine Liga für sich", urteilte der Brite Marlon Devonish, der als Zweiter (15,07 Sekunden) in Manchester nicht den Hauch einer Chance hatte.

Aus dem Lauf heraus absolvierte Bolt die letzten 100 m in 8,70 Sekunden - die beste jemals gemessene Zeit. Am Ende fiel die 26 Jahre alte Bestmarke des Italieners Pietro Mennea über 150 m um mehr als vier Zehntelsekunden.

Trainingspause nach Unfall

Dabei war die Vorbereitung alles andere als optimal und mit viel Ablenkung versehen. Ein Unfall mit seinem 460 PS starken BMW M3 hatte Bolt zu einer mehrtägigen Trainingspause gezwungen, nachdem er beim Aussteigen mit leichten Sandalen in Dornen getreten war.

Außerdem nutzte der lebensfrohe Sportler die Gelegenheit und schaute in Manchester beim Fußballspiel gegen den FC Arsenal vorbei und wurde Augenzeuge des 18. Meistertitels von ManU.

Ronaldo mit stilistischen Schwächen

Anschließend traf Bolt noch ManUtd-Mittelfeldspieler Ronaldo zu einem lockeren Plausch, bei dem der eine Superstar dem anderen Lauf-Nachhilfe gab: "Ich habe ihm gesagt, wenn er Probleme hat, dann liegt es daran, dass er etwas nach hinten kippt, wenn er seine Höchstgeschwindigkeit erreicht."

Bolt selbst will bei seinen nächsten Starts über 100 m am 11. Juni in Toronto und eine Woche später in Ostrau beweisen, dass seine Fromkurve nach oben zeigt. Vielleicht fällt ja schon zwei Monate vor der WM der Weltrekord.

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