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Christina Obergfölls persönliche Bestweite liegt bei 70,20 Metern © imago

Nach dem starken Auftakt geht die Olympia-Dritte optimistisch in die Saison. Gleiches gilt für Kleinert, die die 20-Meter-Marke anpeilt.

München - Die Lehrstunden beim Olympiasieger haben sich auf Anhieb bezahlt gemacht:

Deutschlands Speerspitze Christina Obergföll stach bei den Halleschen Werfertagen so gut wie nie zuvor zum Saisonauftakt.

Mit ihrer 68,40 m setzte sie gut 80 Tage vor der Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) erste Maßstäbe für die Konkurrenz um Weltrekordlerin Barbora Spotakova (Tschechien).

"Ich habe auf meinem Kühlschrank einen Zettel, und da steht: 2009 wird mein Jahr. Technisch werfe ich jetzt viel sauberer und schöner", sagte die 27-Jährige, die bei Olympia in Peking als Dritte die einzige deutsche Leichtathletik-Medaille gewonnen hatte, dem verpassten Gold aber nachtrauerte.

Doppelsieg mit Nerius

Mit Hilfe von Norwegens Olympiasieger Andreas Thorkildsen will sie jetzt bei der Heim-WM auftrumpfen.

Im Dezember besuchte sie Thorkildsen in Oslo und fuhr im Januar mit ihm nach Südafrika: "Er hat bei mir zugeschaut und mir gesagt, was ich besser machen könnte. Wir haben viel herumgebastelt."

Neben Obergföll haben mehr als ein Dutzend deutsche Werfer das WM-Ticket sicher und sollen das Rückgrat des Teams bilden. Darunter Speer-Europameisterin Steffi Nerius, die als Zweite (63,72) die Olympiazweite Maria Abakumowa (Russland/61,69) auf Rang drei verwies.

20 Meter wären drin gewesen

Alle Sorgen um die Norm ist auch die Kugel-WM-Dritte Nadine Kleinert los, die es sich sogar leistete, mit 19,50 unzufrieden zu sein: "Ich habe beim Einstoßen gemerkt, wie locker ich 20 Meter hätte stoßen können."

Kleinert machte mit der Hallen-EM-Zweiten Denise Hinrichs (19,47) und Hallen-Europameisterin Petra Lammert (19,02) einen deutschen Dreifach-Sieg perfekt.

Dietzsch nicht in Form

Weiter auf Formsuche ist Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch, deren 59,39 m nur zu Platz sechs reichten. Aufgeben ist für sie jedoch keine Option. "Ich werde mich jetzt nicht in die Saale stürzen", sagte die 41-Jährige. Als Titelverteidigerin ist Dietzsch für Berlin genau wie Hammerwerferin Betty Heidler gesetzt.

Heidler (72,92) musste der Polin Anita Wlodarczyk (75,39) allerdings den Tagessieg überlassen.

Bezwungen wurde auch der Diskus-WM-Zweite Robert Harting (Berlin), dessen 64,78 nur Platz drei bedeuteten.

Jelimo erstmals geschlagen

Unterdessen gab es für Stabhochspringerin Silke Spiegelburg den zweiten Sieg beim zweiten Saisonstart (Spiegelburg siegt im Scheichtum). In Rabat/Marokko bezwang sie mit 4,50 m die Russin Tatjana Polnowa sowie die Mainzerin Carolin Hingst (beide 4,40).

Die Überraschung der Veranstaltung war die erste 800-m-Niederlage von Olympiasiegerin Pamela Jelimo aus Kenia, die seit ihrem im Vorjahr vollzogenen Wechsel auf die zwei Stadionrunden noch nie verloren hatte.

In schwachen 2:02,46 Minuten musste sich die 19-Jährige nach zwölf Siegen in Serie mit Platz sechs zufriedengeben.

Drei Sprinter erfüllen Normen

Drei erfüllte WM-Normen gab es beim Sportfest in Weinheim.

Die Hürdensprinter Matthias Bühler und Willi Mathiszik blieben in 13,48 und 13,49 Sekunden unter dem Berlin-Richtwert.

Gleiches gelang 200-m-Sprinter Platini Menga in 20,57 Sekunden.

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