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Pamelo Jelimo wurde in Peking Olympiasiegerin über 800 Meter © getty

Die Kenianerin und die Kroatien haben den Jackpot der Golden League im Visier. Ludmilla Blonska erhält eine lebenslange Sperre.

München - Die Aufsteigerin der Saison und die große Verliererin von Olympia greifen am Freitag in Brüssel nach dem eine Million Dollar schweren Jackpot der Golden League.

Die eine ist Pamela Jelimo (Kenia), die beim vorletzten Leichtathletik-Meeting der Königsklasse in Zürich in 1:54,01 Minuten fast 800-m-Weltrekord lief; die andere Blanka Vlasic (Kroatien), die dem Schock ihrer Peking-Niederlage im Hochsprung vom Letzigrund 2,01 m folgen ließ.

Die große Dopingsünderin von Olympia wird indes im Sport nie mehr betrügen können.

Gold zu Geld

Während die anderen ihr Gold zu Geld machten, traf Ludmilla Blonska nach dem verlorenen Silber von Peking der Bannstrahl.

Die Mehrkämpferin wurde vom Leichtathletik-Verband der Ukraine nach positiver Dopingprobe bei Olympia (Methyltestosteron) als Wiederholungstäterin lebenslang gesperrt.

Ähnlich ihr Ehemann Sergej als Trainer.

Superweiten vom Speer-Duo

Mit Superweiten wartete Deutschlands Speer-Duo beim DKB-Finale in Elstal bei Berlin auf.

Die Olympiadritte Christina Obergföll schraubte ihre Saisonbestmarke auf 69,81 m und die Peking-Fünfte Steffi Nerius steigerte sich überraschend um fast drei Meter auf 68,34 m.

Bei Obergföll hatten bei Olympia 66,13 m nur zu Bronze gereicht, hinter Barbora Spotakova (Tschechien/71,42) und Maria Abakumowa (Russland/70,78).

Den DKB-Jackpot von 50.000 Euro teilte Obergföll mit der Kugel-Olympiasiebten Nadine Kleinert (19,50).

Kein Weltrekord wegen Erkältung

Beim 5,6 Millionen Euro teuren Zürich-Meeting war Usain Bolt der mit Spannung erwartete Star unter vielen müden Olympia-Helden.

Doch 13 Tage nach den fabelhaften 9,69 Sekunden von Peking stoppte der 22-Jährige bei seinen 9,83 die Weltrekord-Produktion.

Der neue Wundersprinter, der auch in 19,30 über 200 m und 37,10 m mit Jamaikas 4x100-m-Staffel grandiose Bestmarken gesetzt hatte, meinte vier Tage vor seinem 200-m-Start in Lausanne: "Ich habe mich heute auf den Sieg konzentriert, weil ich eine Erkältung kommen spüre."

Das weibliche Gegenstück zu Bolt

Ein Weltrekord fehlt Pamela Jelimo noch, doch als Entdeckung der Saison ist die erst 18 Jahre alte Kenianerin das weibliche Gegenstück zu Bolt.

Als sie geboren wurde, stand die Bestmarke der umstrittenen Jarmila Kratochvilova schon sieben Jahre lang bei 1:53,28 Minuten.

Nun lief die Olympiasiegerin vor 26.000 Zuschauern in 1:54,01 die beste seit damals erzielte Zeit und meinte: "Der Weltrekord ist in Reichweite, aber ich kann ihn dieses Jahr nicht mehr versprechen."

Peking-Helden matt

Nach dem gescheiterten Experiment im Vorjahr ohne Tempomacher setzte Zürich 2008 wieder auf Rekordjagden und Antrittsgelder.

Doch viele Helden von Peking wirkten matt und die Stimmung näherte sich selten dem Siedepunkt.

Stab-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa (Russland) reichten 4,88 m zum Sieg: "Ich bin extrem müde und innerlich leer."

Hellebaut enttäuscht

Nur sieben der zwölf angetretenen Einzel-Olympiasieger lagen vorn.

Neben Jelimo, Bolt und Issinbajewa auch Kubas Dayron Robles über 110 m Hürden (12,97 Sekunden), Angelo Taylor (USA/400 m Hürden) in 48,07, Speerwerfer Andreas Thorkildsen (Norwegen) mit 90, 28 m und Doppel-Olympiasieger Kenenisa Bekele in 5000-m-Jahres-Weltbestzeit von 12:50,18 Minuten.

Hochspringerin Tia Hellebaut (Belgien) enttäuschte mit 1,90 m.

Erfolgreiche Revanche

Zwei Peking-Verlierer nahmen erfolgreich Revanche. Jeremy Wariner (USA) besiegte über 400 m in 43,82 Sekunden klar Landsmann LaShawn Merritt (44,43), und Lolo Jones (USA) gewann nach ihrem Stolperer von Peking über 100 m Hürden in 12,56.

Dritte wurden Weitspringer Sebastian Bayer (Leverkusen/7,97 m) und die 4x100-m-Staffel in 38,95 Sekunden.

In Abwesenheit von Bolt sprintete dessen Landsmann Asafa Powell (Jamaika) die 100 m im britischen Gateshead in 9,87.

Goldkuhle siegt im Siebenkampf

Über 200 m lief Weltmeister Tyson Gay (USA) 20,26. Äthiopiens Läuferstar Kenenisa Bekele erzielte ausgezeichnete 7:31,94 Minuten über 3000 m.

In Bottrop erzielte der Olympiavierte Robert Harting (Berlin) 65,40 m mit dem Diskus und tags darauf in Bad Köstritz mit 65,87.

Deutscher Zehnkampfmeister wurde in Abwesenheit der Olympiateilnehmer in Hannover Norman Müller (Halle/Saale) mit 7720 Punkten, im Siebenkampf siegte Maike Goldkuhle (Köln) mit 5630.

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