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Ariane Friedrich gewann 2009 die Halleneuropameisterschaften © getty

Die deutschen Leichtathleten präsentieren sich in guter Form. Für die Weltmeisterschaften sind besonders die Frauen gewappnet.

Berlin - Frauen-Power gab der deutschen Leichtathletik vor der WM-Generalprobe beim ISTAF im Berliner Olympiastadion Kraft.

In Hochspringerin Ariane Friedrich und Speerwerferin Christina Obergföll setzten zwei Goldkandidatinnen für die Titelkämpfe im Sommer (15. bis 23. August) Maßstäbe.

Auch Weitsprung-Halleneuroparekordler Sebastian Bayer nährte trotz seiner Niederlage in Bad Langensalza die Hoffnung auf WM-Glanz.77978 (DIASHOW: Bayers Rekordsprung)

Friedrich kratzt am Rekord

Friedrich eröffnete im hessischen Baunatal die Jagd auf den 18 Jahre alten deutschen Rekord von Heike Henkel (Leverkusen). Nur knapp scheiterte die Frankfurterin an den 2,05 m, die die Barcelona-Olympiasiegerin 1991 erzielt hatte. "Jeder Wettkampf ist eine Standortbestimmung und ein klares Zeichen in Richtung Berlin", sagte Friedrich, nachdem sie im 19. Wettkampf ihrer Karriere 2,00 m überquert hatte.

Obergföll setzt sich ab

Ihre Goldambitionen für Berlin untermauerte auch die Speerwurf-Olympiadritte Christina Obergföll mit ihrem Wurf auf 67,48 m.

Die Offenburgerin ist unter den starken deutschen Speerwerferin mittlerweile die unangefochtene Nummer eins.

Europameisterin Nerius lag mit 64,80 m deutlich zurück. "Ich weiß jetzt, dass ich 65 plus jederzeit abrufen kann. Das ist gut fürs Selbstbewusstsein", meinte Obergföll.

Bett statt Sandgrube

Obwohl er den ersten Wettkampf nach seinem Supersprung auf 8,71 m Anfang März bei der Hallen-EM in Turin verlor und mit 8,02 m im thüringischen Bad Langensalza nur Rang drei belegte, war Sebastian Bayer nicht enttäuscht. "Ich bin zufrieden, dass es 8 m geworden sind, nachdem ich im Mai mehr im Bett als in der Sandgrube war", sagte der 22-Jährige: "Ich gehe mit einem guten Gefühl aus diesem Wettkampf."

Der Bremer musste sich bei Regen und empfindlicher Kühle dem 8,12 m springenden Hallen-EM-Zweiten Nils Winter aus Leverkusen und dem Briten Christopher Tomlinson (8,10) geschlagen geben und verpasste wie Sieger Winter die bei 8,15 m stehende WM-Norm.

Krankenakte Bayer

Im Vorfeld hatte er um seine Form noch gerätselt, denn im Mai legten ihn erst eine Mandelentzündung, dann Fußprobleme und später eine Mittelohrentzündung lahm.

Außerdem galt es, die Aufregung um sein Umfeld wegzustecken, nachdem Trainer Joachim Schulz eingeräumt hatte, ins Dopingssystem der DDR verstrickt gewesen zu sein. (Bayer-Coach gesteht DDR-Doping)

Die Frauen-Konkurrenz gewann Hallen-Weltmeisterin Naide Gomes (Portugal/6,90). Beste Deutsche war auf Platz vier mit 6,60 die Jenaerin Sophie Krauel. Zur WM-Norm von 4,55 m flog in Saulheim die Mainzer Stabhochspringerin Anna Battke.

Thorkildsen wirft am weitesten

Das erste Speerwurf-Duell zwischen Norwegens Olympiasieger Andreas Thorkildsen und Finnlands Weltmeister Tero Pitkämäki entschied der Norweger im finnischen Seinajoki mit im ersten Versuch erzielten 88,97 m für sich.

Pitkämäki war vor heimischer Kulisse offenbar derart geschockt, dass er über 82,90 m und Rang drei hinter seinem finnischen Landsmann Teemu Wirkkala (84,68) nicht hinauskam. Die Revanche steht beim ISTAF am kommenden Sonntag in Berlin an.

Friedrich ist heiß

Dann kommt es auch zum ersten Aufeinantreffen von Ariane Friedrich mit Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien). "Ich bin jemand, der die Konkurrenz braucht, um richtig zuschlagen zu können, und bin heiß auf Berlin", sagte Friedrich.

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