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Jelena Issinbajewa erhielt 2009 zum zweiten Mal den Laureus World Sports Award © imago

Beim ISTAF in Berlin wollen auch vier Olympiasieger den Grundstein für den Reibach legen. Zwei Erzrivalinnen messen sich.

Berlin - Startschuss zum WM-Countdown und Glocke zur letzten Runde im Millionenspiel:

Mit dem 68. ISTAF im Berliner Olympiastadion beginnt die finale Jagd auf den mit Gold im Wert von einer Million US-Dollar gefüllten Jackpot der Golden League.

Zugleich ist die "Ein-Tages-WM" für viele Leichtathletik-Stars die Generalprobe für die Weltmeisterschaften an gleicher Stelle (15. bis 23. August).

Vier Olympiasieger und ein halbes Dutzend deutsche WM-Hoffnungsträger wie Hochspringerin Ariane Friedrich und Super-Weitspringer Sebastian Bayer haben sich zum vorweltmeisterlichen Warmlaufen angekündigt. ad

Ein Vorgeschmack auf die WM

"Wir wollen mit einem vollen Stadion Appetit auf die WM machen", sagt ISTAF-Chef Gerhard Janetzky und verspricht 65.000 Zuschauern große Duelle.

Hallen-Europameisterin Friedrich trifft erstmals in dieser Freiluft-Saison auf Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien), Speer-Olympiasieger Andreas Thorkildsen (Norwegen) auf Weltmeister Tero Pitkämäki (Finnland), und der Lokalmatador und Diskus-WM-Zweite Robert Harting bekommt es mit Olympiasieger Gerd Kanter (Estland) zu tun. (Letzte Jagd auf den Millionen-Jackpot)

"Brauche Konkurrenz"

Besonders heiß auf die Begegnung mit ihrer großen Rivalin ist Friedrich:

"Ich bin jemand, der Konkurrenz braucht, um zuschlagen zu können. Deshalb freue ich mich auf das Duell mit Blanka in Berlin."

Die beiden sind Erzrivalinnen, seit die Deutsche der Kroatin im Vorjahr durch ihren Sieg beim Golden-Leauge-Finale in Brüssel die Chance auf einen Jackpot-Anteil von 500.000 Dollar nahm und die kenianische 800-m-Läuferin Pamela Jelimo zur Millionärin machte.

Issinbajewa vor Golden-League-Gewinn

Beste Chancen auf die Million 2009 hat Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa (Russland), die dem ISTAF den 16. Weltrekord seiner 72-jährigen Geschichte schenken könnte.

"Ich hätte zur Not für die fällige Rekordprämie von 50.000 US-Dollar einen Sponsor", berichtet Janetzky, der auf eine Versicherung aber verzichtete.

Zum Rekord reicht ein Sprung, für den Jackpot müssen dagegen Siege bei allen sechs Meetings der Serie her - nach Berlin folgen Oslo (3. Juli), Rom (10. Juli), Paris (17. Juli) Zürich (28. August) und Brüssel (4. September).

Je fünf Jackpot-Disziplinen gibt es bei Frauen und Männern.

Alleingang sorgt für Missstimmung

Ab kommendem Jahr ist der Reiz der Million dann weg. Stattdessen geht es 2010 in der Königsklasse der Leichtathletik um funkelnde Diamanten.

Allerdings ist noch offen, ob sich das ISTAF der auf 13 bis 15 Sportfeste erweiterten neuen Diamond-League-Serie anschließt.

Für den Fall einer Absage plant der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) den Einstieg mit einem eigenen Meeting. Das sorgte zuletzt für Misstöne. "Ich sage dazu erst am Dienstag wieder was. Jetzt sollte die Aufmerksamkeit den Athleten gehören", meint Gerhard Janetzky.

Bolt ist zu teuer

Mit 2,7 Millionen Euro hat er im Vergleich zur Konkurrenz einen der kleinsten Etats.

Absolute Superstars wie der dreifache Sprint-Olympiasieger Usain Bolt (Jamaika) sind damit nicht finanzierbar.

Janetzky: "Es gibt Veranstalter, die legen für ihn eine Viertelmillion auf den Tisch. Die haben wir nicht."

Spitzenwert bei den Zuschauern

Dafür punktet das ISTAF beim Weltverband IAAF durch seine Zuschauer.

65.000 sind ein Spitzenwert, seit 2007 hält Berlin mit 70.253 den Golden-League-Rekord. Fürs Berliner Publikum sorgt ein Sponsor, der mit 800 Bussen Leichtathletik-Fans aus ganz Deutschland herankarrt.

Die weltweite Leichtathletik-Bestmarke sind 112.524 von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, als Cathy Freeman zu 400-m-Gold stürmte.

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