vergrößernverkleinern
Ariane Friedrich wurde in diesem Jahr in Turin Hallen-Europameisterin © imago

Die Hochspringerin führt ihren Rekordsprung auf Dreistigkeit zurück. Sie schreibt den Millionen-Jackpot der Golden League ab.

Berlin - Die Dauerrivalin entnervt, den deutschen Rekord geknackt, das WM-Gold im Visier.

Spielerisch leicht sah es aus, als Hallen-Europameisteirn Ariane Friedrich an ihrem "perfekten Tag" beim 68. ISTAF im Berliner Olympiastadion den 18 Jahre alten Rekord ihres Idols Heike Henkel auf 2,06 Meter steigerte (Friedrich knackt Henkels Rekord) .

Die Olympiasiegerin freute sich mit ihr und fand: "Es war richtig von Ariane, vor der WM in diesem Stadion ein Zeichen zu setzen. Sie ist nun gegenüber Weltmeisterin Blanka Vlasic psychologisch im Vorteil."

Auf Augenhöhe mit Vlasic

Zwei Monate vor dem Sportereignis des Jahres im Olympiastadion (15.-23. August) versicherte Ariane Friedrich angesichts ihrer Jahres-Weltbestleistung: "Ich werde den Teufel tun, mich jetzt unter Druck zu setzen. Ich springe einfach weiter mit Spaß."

Die 25-Jährige ist endgültig auf Augenhöhe mit der gleichaltrigen Rivalin, die nach 2,03 Meter und zwei vergeblichen Weltrekordattacken entnervt aufgab. Friedrich nüchtern: "Ich hatte einen unglaublich guten Tag, das kann auch wieder anders kommen."

Friedrich pokert

Bereits vor dem Wettkampf spürte die gebürtige Thüringerin, dass die Zeit für etwas Großes reif sei. Deshalb habe sie mit Höhen über 1,90 Meter beim Einspringen "ein ziemlich fieses Spiel" gespielt. Friedrich: "Diese Dreistigkeit hat sich im Wettkampf fortgesetzt."

Während Vlasic ab 1,93 Meter alle Höhen auflegen ließ, pokerte Friedrich. Um Kraft zu sparen, ließ sie 1,97 Meter und 2,03 Meter aus (Henkel: "Das zeugt von Selbstvertrauen").

Auf Anhieb übersprang die Polizeikommissar-Anwärterin dann 2,06 Meter, die Weltmeisterin scheiterte. Die Weltrekordhöhe von 2,09 Meter verpasste Friedrich im zweiten Versuch hauchdünn: "Man sollte nicht immer mehr wollen. Ich bin deutschen Rekord gesprungen. Das ist der Wahnsinn."

Henkel: "Traue ihr 2,10 zu"

Heike Henkel, die beim WM-Sieg in Tokio 1991 einen Zentimeter weniger überquert hatte, und mit 2,07 Meter noch Hallenrekordlerin ist, meinte zu ihrer Entthronung: "Im ersten Augenblick fand ich das schade. Dann habe ich mich für Ariane gefreut. Ich traue ihr auch den Weltrekord zu, 2,10 Meter hat sie drin."

Friedrich fühlte: "Ich bin froh, dass ich Heikes Nachfolge antreten kann", und schob selbstbewusst hinterher: "Jetzt hat die Zeit von Ariane Friedrich begonnen."

Zickende Weltmeisterin

Rivalin Vlasic war bedient.

Angesprochen auf Friedrich zickte die Weltmeisterin herum: "Warum werde ich immer nach ihr gefragt? Ich konzentriere mich nur auf mich."

Nach Platz zwei zum Auftakt der Golden League hat Vlasic keine Chance mehr auf den mit Gold im Wert von einer Million US-Dollar gefüllten Jackpot, den ihr Friedrich 2008 nach fünf Vlasic-Erfolgen zuletzt in Brüssel vermasselt hatte.

"Springe nicht für Geld"

Für Friedrich ist der Jackpot kein Thema.

"Es ist nicht so, dass ich die Million nicht gebrauchen könnte. Aber ich springe nicht für Geld", betonte sie.

Statt auf die Golden League in Rom setzt sie am 10. Juli auf die Universiade in Belgrad.

Darüber hinaus gilt ihr Augenmerk der WM: "Mein Sieg war ein Statement für Berlin, die WM und die deutsche Leichtathletik, die wieder im Aufschwung ist."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel