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Usain Bolt lief bei Olympia 2008 Weltrekord über 100 und 200 m © getty

Bolt hängt die Konkurrenz in Ostrau ab. Drei Saisonbestzeiten purzeln. Dietzsch siegt nach dem Absetzen eines Medikaments.

München - Erst brachte Testpilot Usain Bolt in Ostrau den 306 PS starken neuen BMW Z4 35i auf Hochtouren, dann zündete Jamaikas Dreifach-Olympiasieger als Star des Grand Prix von Tschechien den eigenen Turbo.

Nach miserablem 100-m-Start und Platz vier Mitte des Rennens lief er zwei Monate vor der Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) auf dem Weg zu leicht windbegünstigten 9,77 Sekunden am Ende wieder weltrekordverdächtig. (Bolt schnell wie der Blitz - Frank gewinnt)

"Es war der zweitschlechteste Start meiner Karriere, doch ich wollte eine starke Zeit laufen und gab alles", meinte der Weltrekordler (9,69), der bei einem Hauch zu starken Windes (2,1 m/Sekunde) die viertbeste Zeit seines Lebens lief.

Saisonbestzeiten für Robles, Jackson, Melkamu

Der Brite Craig Pickering lag in 10,08 am Ende gut drei Meter zurück. "Nun konzentriere ich mich auf die Trials", meinte Bolt mit Blick auf die Jamaikas WM-Ausscheidungen am letzten Juni-Wochenende in Kingston.

Eine von drei internationalen Saisonbestmarken erzielte an der Stätte seines 110-m-Hürden-Weltrekordes von 2008 (12,87) Kubas Olympiasieger Dayron Robles bei gerade noch zulässigem Rückenwind in 13,04 Sekunden.

Der Olympiadritte Bershawn Jackson (USA) erzielte über 400 m Hürden 48,32. Und nach der zweitbesten 10.000-m-Zeit einer Frau am Sonntag in Utrecht (29:53,80) eilte die Äthiopierin Meselech Melkamu über 5000 m zu 14:34,17 Minuten. In ihrem Sog lief die erst 19 Jahre alte Kenianerin Edith Maisai 14:34,36.

Obergföll hält Spotakova in Schach

Doch Robles war unzufrieden: "Es war Jahres-Weltbestzeit, aber ich fühlte mich nicht gut heute. Nach einer Woche Training werde ich schneller sein", meinte der Kubaner nach der Enttäuschung über das verpasste Rennen unter 13 Sekunden.

Im Trubel der Stars feierte der Rostocker Mark Frank einen Speerwurf-Sieg mit 83,51 m und fast hätte auch die Offenburger Olympiadritte Christina Obergföll mit 66,88 m triumphiert. Am Ende fehlte ihr ein winziger Zentimeter zur Weite der Russin Maria Abakumowa (66,89), doch Obergföll hielt Tschechiens Weltrekordlerin Barbora Spotakova (65,92) in Schach.

Nur Fünfte wurde die leicht am Rücken verletzte Europameisterin Steffi Nerius (60,15).

Nur 7,66 m für Bayer

Lediglich auf Rang sieben landete mit schwachen 7,66 m trotz Rückenwindes Hallen-Europameister Sebastian Bayer (Bremen) beim Weitsprungsieg des Südafrikaners Godfrey Mokoena (8,33). Als Vierter über 400 m Hürden näherte sich Thomas Goller (Wattenscheid) in 50,03 der WM-Norm (49,80).

Einen klaren Aufwärtstrend zeigte beim Meeting in Schönebeck/Sachsen-Anhalt Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch mit 62,50 m.

Doch deutlich stärker trumpfte beim WM-Test der Berliner Vize-Weltmeister Robert Harting mit der Steigerung seiner Saisonbestmarke von 66,93 auf 68,09 m und Platz drei der Weltrangliste 2009 auf. (Mit Harting und Friedrich zur Team-EM)

"Wir haben zuletzt wenig getan"

"Das war meine obere Erwartungsgrenze. Franka ist mental gut drauf. Das kann ihr jetzt einen Kick geben", meinte Trainer Dieter Kollark nach dem Sieg der 41 Jahre alten Neubrandenburgerin.

Kollark glaubt: "Ich führe diese Steigerung auf das Absetzen eines Medikaments zurück. Jetzt werden wir das Training eine Woche anziehen, denn wir haben zuletzt wenig getan."

Im Kugelstoßen verfehlte der Leipziger Peter Sack mit 20,38 m seine Saisonbestweite knapp, ebenfalls Erste wurde die WM-Dritte Nadine Kleinert (Magdeburg) mit 19,44 m. Lediglich auf 19,87 m kam als Dritter der Neubrandenburger Europameister Ralf Bartels.

Straub und Otto schaffen die Norm

In Ingolstadt schafften Studenten-Weltmeister Alexander Straub (Filstal) als Stab-Sieger und der WM-Fünfte Björn Otto (Dormagen) als Zweiter mit jeweils 5,70 m die WM-Norm, die bislang nur der Leverkusener Malte Mohr erfüllt hatte (5,80).

Nur 5,60 m meisterte Rekordler Tim Lobinger (München).

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